Swasiland Wirtschaftstrends

Wirtschaftstrends Swasiland Jahresmitte 2011

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Verfasser: Carsten Ehlers (1. Quartal 2011)

Bonn (gtai) - Swasiland erwartet 2011 mit real etwa 1,8% nur ein schwaches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Dies erstaunt insofern, als die Volkswirtschaften der beiden Nachbarländer Südafrika und Mosambik deutlich erfolgreicher abschneiden. Dynamik herrscht derzeit vor allem beim Mobilfunk. Hinzu kommen Lieferchancen in den Bereichen Energie und Wasser. Auch die private Industrie, vor allem die Nahrungsmittelverarbeitung, der Textilsektor und die Papierproduktion, investiert regelmäßig.

Gesamtwirtschaftlicher Ausblick

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts

Die Wirtschaft Swasilands dürfte 2011 nach Prognosen von Experten um real etwa 1,8% wachsen. Das ist zwar etwas mehr als 2010 - die Steigerungsrate betrug 1,5% - aber immer noch viel zu wenig, um das Land voranzubringen. Erstaunlich ist die geringe Dynamik auch in Anbetracht dessen, dass das kleine Königreich von zwei wachstumsstarken Nachbarländern umgeben ist. Südafrika, der größte Abnehmer von Waren aus Swasiland, erwartet ein BIP-Plus von 3,7%, Mosambik von 7,3%. Die Gründe für das vergleichsweise schwache wirtschaftliche Abschneiden Swasilands werden unter anderem in der wenig liberalen Wirtschaftspolitik gesehen. Da es im Gegensatz zu seinen Nachbarn nur eingeschränkt über international gefragte Mineralien verfügt, konnte das Land auch kaum vom Bergbauboom der vergangenen Jahre profitieren.

swasiland mall

Künftig wird insbesondere Swasilands Nahrungsmittelverarbeitung von der steigenden Nachfrage südafrikanischer Konsumenten profitieren. Andere Bereiche des verarbeitenden Sektors hingegen schrumpften in den vergangenen Jahren. Hierzu zählten sowohl die Textilbranche als auch die Papierherstellung. Kürzlich kündigte der südafrikanische Papierhersteller Sappi jedoch Investitionen in Höhe von etwa 6 Mio. Euro pro Jahr in Wälder sowie in Verarbeitungsanlagen an. Eher skeptisch sehen Experten die Zukunft des lokalen Zuckersektors, immer noch der zweitgrößte Devisenbringer des Landes. Sinkende Zuckerpreise sind der Grund für die vorsichtige Einschätzung.

Für deutsche Unternehmen könnten Investitionen in diversen Infrastrukturbereichen interessant werden. Vor allem in der Energie- und Wasserversorgung sowie der Telekommunikation herrscht Dynamik. Geografisch ist Swasiland dem südafrikanischen Absatzmarkt zuzuordnen, daher empfiehlt es sich für deutsche Unternehmen, Swasiland zum Beispiel von Johannesburg aus zu bearbeiten. Von dort ist die Hauptstadt Mbabane über eine gut ausgebaute Straße binnen drei Stunden erreichbar, das Industriezentrum Manzini binnen dreieinhalb bis vier Stunden.

Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge dürfte das bilaterale Handelsvolumen 2010 um 224,6% auf 19,8 Mio. Euro gestiegen sein. Die deutschen Exporte nach Swasiland machten davon etwa 5,4 Mio. Euro aus.

Gesamtwirtschaftliche Prognosen
Indikator 1) 2010 2011 2012
BIP 1,5 1,8 2,3
Wareneinfuhr (fob) 7,7 2,1 1,3
Warenausfuhr (fob) 8,9 4,1 5,6
Inflationsrate 2) 4,6 5,1 5,6
Staatsverschuldung (% des BIP) 3) -14,0 -11,3 -10,0

1) reale Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %; 2010 Schätzung, 2011 und 2012 Prognose; 2) Konsumentenpreise; 3) Haushaltsjahr beginnt am 1.4.

Quellen: EIU; Berechnung von Germany Trade & Invest

 

Projekte
Projekt Wert Stand Anmerkung
Kohlekraftwerk Lubogo (Swaziland Electricity Company) Etwa 560 Mio. US$ Planung; derzeit wird eine bankfähige Machbarkeitsstudie erstellt, Fertigstellung frühestens 2015 Vorgesehene Kapazität von 300 MW, im dortigen Kohlefeld finden bereits Explorationsarbeiten statt
Sappi (Papierproduzent) Jährlich rund 6 Mio. Euro Kontinuierliche Investitionen Aufforstung und Erweiterung der Produktionskapazitäten

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest

Wachstumsbranchen und -märkte: Biokraftstoffe, Textilindustrie

Wechselkurs am 28.3.11: 1 Euro = 9,53133 Lilangeni (E); 1 US$ = 6,77124 E

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