Lesotho Wirtschaftstrends

Wirtschaftstrends Lesotho Jahreswechsel 2010/11

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Verfasser: Carsten Ehlers (1. Quartal 2011)

Bonn (gtai) - Experten erwarten für Lesotho 2011 ein moderates Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Positiv dazu beitragen dürften der Diamantenbergbau sowie die Bereiche Telekommunikation und Wasser. Während in die beiden erstgenannten Sektoren reichlich privates Kapital fließt, profitiert der Wassersektor von umfangreichen Geberhilfen aus dem Ausland. Keine guten Aussichten hat derzeit die Textilindustrie, die sehr stark vom US-Markt abhängt und auf eine Verlängerung von AGOA über 2015 hinaus hofft.

Gesamtwirtschaftlicher Ausblick

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts

Lesotho

Mit etwa 3% prognostizieren Experten für Lesotho 2011 ein verhaltenes BIP-Plus. Im Jahr 2012 könnte dann mit 5% eine deutlich höhere Steigerungsrate erreicht werden. Wachstumsfördernd wirken sich vor allem der Diamantenbergbau und der Telekommunikationssektor aus. In beiden Sparten ist auch in den kommenden Jahren mit hohen Investitionen zu rechnen.

Hinzu kommt der Wassersektor, in den derzeit umfangreiche ausländische Entwicklungshilfegelder fließen. Vieles muss zwar aus dem Ausland importiert werden aber auch die lesothische Bauindustrie profitiert von den Vorhaben. Sollte die 2. Phase des Lesotho Highlands Water Project in Kooperation mit Südafrika realisiert werden, dann dürfte dies einen enormen Schub für die lokale Wirtschaft bedeuten. Weniger gut sehen derzeit die Perspektiven für den immer noch sehr wichtigen Textilsektor aus. Vieles hängt davon ab, ob der African Growth and Opportunity Act (AGOA) über 2015 hinweg verlängert wird oder die zumeist taiwanesischen Unternehmen in der Lage sind, neue Märkte zu erschließen.

Für deutsche Unternehmen ist Lesotho mit seinen etwa 2,1 Mio. Einwohnern ein kleiner Markt, der problemlos von Südafrika aus bedient werden kann. Produkte aus Deutschland dürften im Bergbau und in den Infrastruktursektoren gefragt sein. Auch wurden in der Textil- und Nahrungsmittelindustrie regelmäßig deutsche Maschinen beschafft. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge dürfte das bilaterale Handelsvolumen 2010 um 71,2% auf 1,8 Mio. Euro gesunken sein. Die deutschen Exporte nach Lesotho machten davon etwa 1,2 Mio. Euro aus. Seit einigen Jahren nimmt die Dominanz chinesischer Produkte spürbar zu. Hierbei handelt es sich nicht nur um Billigware. Gerade im Bereich Infrastruktur kommen Firmen aus der VR China vermehrt zum Zuge. Hilfreich dürfte dabei auch die massive chinesische Präsenz in der Hauptstadt Maseru sein.

Gesamtwirtschaftliche Prognosen
Indikator 1) 2010 2011 2012
BIP 3,5 3,0 5,0
Wareneinfuhr (fob) 15,6 7,1 7,5
Warenausfuhr (fob) 18,2 5,1 11,9
Inflationsrate 2) 3,0 5,2 6,0
Staatsverschuldung(% des BIP)3) -17,4 -16,2 -12,4

1) reale Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %; 2010 Schätzung, 2011 und 2012 Prognose; 2) Konsumentenpreisindex; 3) jährlich

Quelle: EIU

Projekte
Projekt Wert Stand Anmerkung
Lesotho Highlands Water Project (LHWP) Phase 2 3,7 Mrd. R In der Planung Baubeginn ungewiss
Entwicklung der Kao Diamantenmine 55 Mio. US$ Im Bau Namakwa Diamonds investiert in Erweiterung der Mine
Bau einer Windfarm bei Moghothlong 660 Mio. R In der Planung Kapazität 25 MW
Ausbau der Wasserinfrastruktur 164 Mio. US$ Im Bau Finanziert durch Millennium Challenge Corporation (MCC)

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest

 

Wachstumsbranchen und -märkte: Diamantenbergbau, Telekommunikation, Energie, Wasser

Wechselkurs am 14.02.11: 1 Euro = 9,66193 Maloti (M; Singular Loti); 1 US$ =

7,13410 M

Lesotho ist Mitglied der "Rand Monetary Area"; 1 Rand = 1 Loti

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