Malawi Wirtschaftstrends

Wirtschaftstrends kompakt Malawi 2009/10

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Verfasser: Carsten Ehlers (Januar 2010)

Lilongwe (gtai) - Malawis Wirtschaft dürfte 2010 real um rund 5,0% wachsen. Das ist im afrikanischen Vergleich eine recht hohe Prognose, die den positiven Verlauf der Ökonomie in den vergangenen etwa vier Jahren widerspiegelt. Nach der Eröffnung der Kayelekera-Mine sieht es so aus, als sollten weitere Bergbauprojekte folgen. Interessante Lieferchancen dürften auch die Infrastruktursektoren Energie, Wasser, Telekommunikation und Gesundheit bieten.

Gesamtwirtschaftlicher Ausblick

zambi

Nachdem Malawis Volkswirtschaft durch die Inbetriebnahme der Kayelekera-Uranmine 2009 einen Schub erhalten hat, dürfte das Plus des Bruttoinlandsproduktes (BIP) 2010 mit etwa 5,0% deutlich niedriger ausfallen. Die Mine ist das größte Investitionsprojekt seit der Unabhängigkeit 1964. Da das Metall zur weiteren Verarbeitung komplett ausgeführt wird, profitiert vor allem der Export des Landes.

Viele Gelder werden in den kommenden Jahren in den Ausbau der Infrastruktur fließen. Vor allem die knappe Energie stellt ein Wachstumshemmnis dar; für die nächsten Jahre sind diverse Kraftwerksprojekte in Planung. Reichlich Investitionen gibt es im Telekommunikationssektor. Da das Land recht dicht besiedelt ist, zieht in Malawi sogar der Festnetzbereich private Investoren an. Desweiteren lohnt es sich, nach Projekten in den Bereichen Wasser und Gesundheit Ausschau zu halten.

Eine zunehmende Bedeutung als Geber, Investor und Handelspartner Malawis nimmt die VR China ein. Ob Anlagen für die Infrastruktur oder Konsumartikel in den Supermärkten - chinesische Produkte sind vergleichsweise günstig und damit bestens geeignet für den afrikanischen Markt. Deutsche Hersteller können in vielen Bereichen preislich nicht mehr mithalten. Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden zufolge dürfte das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Malawi 2009 um 70,0% auf 105,6 Mio. Euro gestiegen sein (Hochrechnung). Die deutschen Exporte nach Malawi machten davon etwa 12,9 Mio. Euro aus.

Gesamtwirtschaftliche Prognosen
Indikator 1) 2009 2010 2011
BIP 7,5 5,0 5,0
Bruttoanlageinvestitionen 5,0 4,0 3,5
Privater Verbrauch 6,0 7,0 6,0
Wareneinfuhr (fob) 2,5 4,0 4,0
Warenausfuhr (fob) 10,5 6,0 3,0
Inflationsrate 2) 8,5 7,0 7,0
Staatsverschuldung (% des BIP) 3) -3,5 -3,0 -3,0

1) Reale Veränderung gegenüber Vorjahr in %; 2009 Schätzung; 2010 und 2011 Prognose; 2) Konsumentenpreisindex; 3) jährlich

Quelle: EIU

 

Projekte
Projekt Wert Stand Anmerkung
Shire-Waterway-Projekt 6 Mrd. US$ Planung Realisierung ungewiss
Breitbandanbindung ans mosambikanische Telekommunikations-netz durch MTL 25 Mio. US$ Planung  
Kanyika-Niob-Vorkommen (Globe Uranium & Mining) 150 Mio. bis 200 Mio. US$ Machbarkeitsstudie Produktion frühestens ab 2012

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest

 

Wachstumsbranchen und -märkte: Bergbau (insbesondere Uran), Telekommunikation, Bau (Büros, Hotels, Einkaufszentren, Infrastruktur)

Wechselkurs am 25.1.10: 1 Euro = 203,253 Malawi-Kwacha (MK); 1 US$ = 143,740 MK

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