Namibia Bergbau

Vorläufig keine weiteren Uranlizenzen in Namibia

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Verfasser: Carsten Ehlers (2. Quartal 2010)

Windhuk (gtai) - In Namibia erlebt der Uranbergbau seit 2005 einen ungeahnten Investitionsschub. Mit Langer Heinrich und Trekkopje sind die größten Projekte seit der Unabhängigkeit in Produktion gegangen. Weitere Minen könnten bald folgen. Allerdings hat die Regierung zunächst einen Stopp für die Ausstellung neuer Explorationslizenzen verkündet. Sie will Regeln schaffen, bei denen auch Aspekte wie Umweltschutz und Arbeitssicherheit Beachtung finden müssen. (Kontaktanschriften)

Regierung will Uranbergbau regulieren / Neue Technik für Marine- Diamanten gefragt

Namibia

Namibias Ministry of Mines and Energy hat sich entschieden, vorerst keine neuen Lizenzen für Uranexploration an Unternehmen zu vergeben. Damit will das Ministerium Zeit gewinnen für eine Regulierung des Uranbergbaus. Themen wie Sicherheit am Arbeitsplatz sowie die Vermeidung von Umweltschäden wurden bisher in den namibischen Minen nur auf freiwilliger Basis berücksichtigt. Auch stellen sich die Verantwortlichen die Frage, ob man nicht zurückhaltender mit dem Uranabbau umgehen sollte. So wird immer wieder überlegt, ein Atomkraftwerk zu bauen. Dann könnte Namibia das Uran auch gut selbst gebrauchen. Derartige Vorhaben sind jedoch noch in weiter Ferne.

Ohnehin wurden die reichhaltigsten Uran-Felder bereits vergeben. Mit Rössing, Langer Heinrich und Trekkopje produzieren bislang drei Minen. Valencia und Etango sollen bald hinzukommen. Das größte Projekt seit der Unabhängigkeit des Landes 1990 ist die Investition der französischen Areva in die Trekkopje-Mine, etwa 50 km nördlich von Rössing gelegen. Rund 750 Mio. US$ hat das Unternehmen in die Mine investiert. Areva dürfte dort über neun Jahre etwa 2.700 bis 3.000 t Uran pro Jahr produzieren.

Namibia

Die Langer-Heinrich-Mine von Paladin Resources wurde 2007 eröffnet. Die Investitionssumme für das Projekt lag bei 92 Mio. US$, inklusive der Verlegung einer 80 km langen Wasserleitung nach Swakopmund. Geliefert wird in die USA, nach Japan und Frankreich. Pro Jahr produziert die Mine etwa 1.200 t Uran.

Eine der weltweit größten Uranminen ist die mehrheitlich der australischen Rio Tinto Gruppe gehörende Rössing-Mine. Sie ist seit 1976 in Betrieb und sollte dicht gemacht werden, als in den 80er Jahren der Uranpreis auf etwa 8 bis 10 US$ pro kg sank. Nach Tschernobyl beschlossen einige Länder aus der Atomkraft auszusteigen, zudem kam aus der zerfallenden Sowjetunion reichlich Uran auf den Markt, das zuvor für militärische Zwecke gelagert worden war.

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