Malawi Bergbau

Uranmine in Malawi eröffnet

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Verfasser: Carsten Ehlers (Oktober 2009)

Lilongwe (gtai) - Nachdem im Sommer 2009 die Kayelekera-Uranmine von Paladin Resources die Arbeit aufgenommen hat, geraten in Malawi nun neue Bergbauprojekte in den Blickpunkt. Größere Vorkommen von Niobium wurden im Zentrum des Landes entdeckt. Darüber hinaus verspricht die Produktion von Nickel, Sulfursäure, Mineralsanden und Kohle gutes Potenzial. Alleine die für 2012 anvisierte Eröffnung der Niobium-Mine könnte Investitionen bis zu 200 Mio. US$ nach Malawi bringen. (Kontaktanschriften)

Abbau von Niobium könnte zweites großes Projekt werden / Kohle, Titansande und Nickel interessant

Die Eröffnung der Kayelekera-Uranmine war so etwas wie der Startschuss für Malawis Bergbau. Bislang wurde fast ausschließlich in kleinem Umfang abgebaut. Nun gibt es einige neue aussichtsreiche Projekte und auch die Zahl der Interessenten aus dem Ausland nimmt zu. So suchte die australische Globe Metals & Mining in Kanyika zunächst nach Uran, fand aber vor allem Niobium, darüber hinaus auch Tantalit oder Silizium. Derzeit wird für den Abbau der Vorkommen in Kanyika (bei Kasungu, etwa 100 km nördlich der Hauptstadt Lilongwe) eine Machbarkeitsstudie erstellt. Sollte diese positiv ausfallen, dann könnten Investitionen in Höhe von 150 Mio. bis 200 Mio. US$ ins Land fließen.

Noch Ende 2009 soll eine diesbezügliche Entscheidung fallen. Mit dem Abbau könnte frühestens 2012 begonnen werden. Insgesamt werden die dortigen Mineralienvorkommen auf rund 56 Mio. t geschätzt. Berechnungen gehen von einer Jahresproduktion von annähernd 3.000 jato Niobium aus. Nach Auskunft des Direktors von Globe, Julian Stephens, wurde bereits eine Abnahmeübereinkunft über rund 700 jato mit einem Käufer erzielt. Vor allem chinesische Unternehmen seien sehr interessiert.

Niobium wird von der Industrie in Metalllegierungen verarbeitet. So stärkt es zum Beispiel Stahl und macht ihn temperaturresistent. Verwendet wird es unter anderem für Flugzeug- oder Raketenturbinen. Darüber hinaus ist Niobium ein guter Leiter, der in der Nukleartechnik, der Elektronik oder Optik zum Einsatz kommt. Zwischen 1990 und 2008 stieg der Niobiumverbrauch jährlich um durchschnittlich fast 8%.

Weitere interessante Bergbauprojekte könnten der Abbau von Nickel in Chimimbe und von Schwefelsäure in Malingunde (beides in Zentralmalawi nahe der Grenze zu Sambia) werden. Konzessionär beider Gebiete ist die britische Lisungwe Mineral Resources. Schwefelsäure wird für die Produktion von Nickel und Uran benötigt, sie wäre daher nicht nur für den Export bestimmt, sondern auch für die Uranmine. Dann müsste eine Verarbeitungsanlage gebaut werden. Erste Prognosen deuten auf einen Abbau von täglich 1.000 t Schwefelsäure über 15 Jahre hin.

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