Südafrika Abfallwirtschaft

Tiefgreifende Änderungen für Südafrikas Abfallwirtschaft

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Verfasser: Carsten Ehlers (4. Quartal 2011)

Bonn (gtai) - Südafrikas Abfall- und Recyclingmarkt könnte für deutsche Lieferanten in den nächsten Jahren deutlich interessanter werden. Sollten die kürzlich verabschiedeten Gesetzesänderungen umgesetzt werden, dürfte es zu umfangreichen Investitionen kommen. Recycling wird immer mehr zu einem Modethema. Hierzu sind unter anderem bessere Mülltrennungsmechanismen notwendig. In einigen südafrikanischen Städten steht die Einführung von Mülltrennung in den Haushalten in den Startlöchern. (Kontaktanschriften)

Regierung beschließt neue Regelungen / Mülltrennung in Haushalten / Arbeitsintensive Verfahren angestrebt

In Südafrika könnte vor allem für neue Technologien zur Abfallbehandlung, für Waste-to-Energy-Projekte und Sortieranlagen sowie Laborausrüstungen für die Analyse von Industriemüll in den kommenden Jahren sehr viel Geld ausgegeben werden. Hinzu kommt umfangreicher Beratungsbedarf bei der Einführung neuer Mülltrennungssysteme. Als Auslöser für diesen Investitionsschub sehen Branchenexperten hohe Rohstoffpreise und neue rechtliche Rahmenbedingungen, die im Falle ihrer Umsetzung einen Quantensprung für den Abfallsektor bedeuten.

Im Oktober 2011 hat das Kabinett eine neue National Waste Management Strategy (NWMS) genehmigt. Die NWMS enthält einen sehr konkreten Maßnahmenkatalog für alle Beteiligten. Sie basiert auf dem Waste Act aus dem Jahr 2009, der die groben Rahmenbedingungen für die Abfallwirtschaft regelt. Erstmals gibt es eine Differenzierung in Priority Waste, General Waste und Hazardous Waste. Neu ist auch, dass der Staat die Verantwortung für eine umweltgemäße Abfallbeseitigung auf Hersteller und Konsumenten überträgt.

Produzenten von Haushaltsgeräten oder Automobilen zum Beispiel müssen sich unter Umständen selbst und ohne Kostenvergütung um das Recyceln ihrer Erzeugnisse kümmern. Konsumenten werden mittelfristig ihren Abfall bereits im Hause trennen müssen. Darüber hinaus könnten Haushalte in bestimmten Fällen zur Ablieferung bei Recyclinghöfen verpflichtet werden, etwa bei "Elektro-Schrott".

Wie im Gespräch mit südafrikanischen Abfallexperten immer wieder durchklingt, sollte die Müllentsorgung von möglichst vielen Arbeitskräften durchgeführt werden, da die Regierung den Sektor als einen der großen Arbeitgeber der Zukunft auserkoren hat. Hochautomatisierte Systeme sind daher weniger gefragt. Ebenso gibt es Müllverbrennungsanlagen bislang bestenfalls für medizinische Abfälle. Ansonsten werden derartige Anlagen eher abgelehnt. Zunehmend in Mode kommt hingegen die Stromerzeugung aus Mülldeponien. In Durban und Ekurhuleni (östlich von Johannesburg) gibt es bereits Landfill-to-Gas-Anlagen, in Johannesburg wurde ein ähnliches Projekt ausgeschrieben.

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