Swasiland Wasser

Swasilands Wasserversorger will investieren

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Verfasser: Carsten Ehlers (November 2010)

Mbabane (gtai) - Swasilands städtischer Wasserversorger SWSC möchte in den kommenden Jahren in profitable Geschäftsfelder investieren. Dazu zählt neben dem Ausbau der Wasserversorgung für die Stadt Ezulwini auch die Abwasserreinigung für die lokale Industrie. Kapital steht dem Staatsunternehmen nur sehr begrenzt zur Verfügung. Jahre nach seiner Kommerzialisierung ist es noch massiv auf Subventionen der Regierung angewiesen. Entwicklungshilfe fließt kaum noch, da das Land hierfür ein zu hohes Pro-Kopf-Einkommen aufweist. (Kontaktanschrift)

Ezulwini soll besser versorgt werden / Abwasserreinigung ist dringendes Problem

Der swasiländische Wassersektor bietet regelmäßig kleinere Geschäftschancen, die vom nur etwa 300 km entfernten Johannesburg bereits genutzt werden. So will der staatliche städtische Wasserversorger Swaziland Water Services Corporation (SWSC) in den kommenden Jahren die Wasserversorgung in den Ballungsgebieten verbessern. Insbesondere in Ezulwini, der tiefer gelegenen Nachbarstadt der Hauptstadt Mbabane, stehen umfangreiche Bauvorhaben an. So errichtet der Mobilfunkanbieter MTN dort seine neue Zentrale und auch die US-Botschaft baut ein neues Gebäude. SWSC muss mit dem Wasserverteilungsnetz auch die neuen Siedlungen versorgen. Weiterhin soll die Wasserzufuhr nach Ezulwini deutlich erhöht werden.

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Wie das Wasser nach Ezulwini kommen soll, hat die SWSC noch nicht entschieden. Erste Option ist der Bau einer Pipeline vom recht weit entfernten Luphohlo Damm. Hierfür wäre jedoch ein Tunnel nötig, was die Kosten deutlich nach oben schrauben würde. Zweite Alternative ist der Bau eines neuen Dammes für Ezulwini und der nahe gelegenen Industriesiedlung Matsapha (Textilindustrie). Hierfür wären nach Angaben der SWSC Kosten in Höhe von etwa 1,5 Mrd. R zu veranschlagen. Sowohl SWSC als auch die Regierung können dieses Projekt alleine nicht finanzieren, es werden Geldgeber aus dem Ausland gesucht.

Für die SWSC wäre die Ausdehnung der Wasserversorgung nach Ezulwini ein Kernprojekt, um die Einnahmen steigern zu können. Etwa um 50%, so schätzt Peter Bembe, CEO der SWSC, dürften die Einnahmen des Unternehmens steigen.

Projekte mit Wasserbezug dürfte es in naher Zukunft auch im Bereich der Abwasserreinigung geben. So steigen die großen swasiländischen Nahrungsmittelproduzenten (Coca Cola, Cadbury, Hefeproduduktion) auf modernere Abwasserreinigungsmethoden um. Das Wasser wird bislang nicht zu Trinkwasser aufbereitet sondern häufig an die Farmen zur Bewässerung verkauft. Der Einsatz von Membrantechnologie könnte den Herstellern den Vorteil eines geschlossenen Wasserkreislaufs bieten und somit viel Geld sparen. Auch die vor allem in Matsapha angesiedelte Textilindustrie wollte das Wasser selber recyceln, hat es aber nie zentral koordinieren können.

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