Swasiland Energie

Swasiland setzt auf Kohlestrom

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Verfasser: Carsten Ehlers (November 2010)

Mbabane (gtai) - Swasilands Stromversorger SEC plant bis 2015 den Bau eines Kohlekraftwerks mit einer Kapazität von 300 MW. Favorisiert wird für Bau, Betrieb und Finanzierung ein Privatinvestor aus dem Ausland. Das Projekt wird derzeit mit etwa 560 Mio. US$ veranschlagt. Aufgegeben wurden hingegen zwei Wasserkraftprojekte, die sich als zu teuer herausstellten. Auch Windkraft lohnt sich in Swasiland kaum. Zunehmend soll Strom aus Bagasse von den ansässigen Zuckerproduzenten ins Netz gespeist werden. (Kontaktanschrift)

300-MW-Wärmekraftwerk geplant / Erneuerbare Energien zu teuer

Um die Energieknappheit Swasilands in den Griff zu bekommen, plant die Regierung zusammen mit dem staatlichen Stromversorger Swaziland Electricity Corporation (SEC) seit Jahren unterschiedliche Kraftwerksprojekte. Bis 2015 soll zudem ein größeres Kohlekraftwerk mit einer Kapazität von etwa 300 MW bei Lubogo entstehen. Im dortigen Kohlefeld finden bereits Explorationsarbeiten statt. Etwa 560 Mio. US$ werden laut SEC-CEO Pius Gumbi für den Bau des Kraftwerks nötig sein. Finanziert werden soll das Projekt auch aus dem Ausland; die SEC würde einen Privatinvestor als Independent Power Producer favorisieren. Etwa 20% der Anteile sollen indes beim Staat beziehungsweise der SEC verbleiben. Von Seiten der Weltbank dürfte es aufgrund klimapolitischer Gründe schwer sein, an Kredite zu kommen. Derzeit wird für etwa 20 Mio. R eine bankfähige Machbarkeitsstudie erstellt.

swasiland mall

Hingegen von der Agenda gestrichen wurden die beiden geplanten Wasserkraftwerke. Für das 120-MW-Wasserkraftwerk versuchte die SEC ebenfalls einen Privatinvestor als sogenannter Independent Power Producer (IPP) zu finden. Die Suche verlief bislang jedoch erfolglos, wohl auch, weil der Abnahmepreis für Strom in Swasiland sehr niedrig liegt. Der aus Südafrika importierte Kohlestrom ist bislang zu günstig, um preislich wettbewerbsfähigen Strom aus Wasser produzieren zu können.

Nachdem die beiden Wasserkraftwerke nun nicht mehr gebaut werden sollen, gibt es derzeit kaum Planungen im Bereich erneuerbarer Energien. Insbesondere für Windkraft ist Swasiland kein geeigneter Standort. Einzig die alteingesessenen Zuckerproduzenten könnten durch die Verfeuerung von Bagasse Strom herstellen. Die südafrikanische Illovo produziert bereits jetzt 5 MW. Ab 2012 wird auch die Royal Swaziland Sugar Corporation Energie produzieren.

In Sachen Energieeffizienz beziehungsweise Laststeuerung gibt es erste Ansätze von der SEC. So wurde die Tarifstruktur flexibilisiert. In Hochzeiten kostet Strom nun deutlich mehr, so dass ein Anreiz zum Energiesparen existiert. Energiesparlampen wurden in Swasiland noch nicht eingeführt. Immerhin fördert die SEC die Nutzung von Durchlauferhitzern, die mit Solarzellen betrieben werden. Diese werden derzeit in einigen Schulen installiert. Wie in Südafrika wird auch in Swasiland das Wasser mit auf dem Dach installierten Durchlauferhitzern erwärmt, die mit Strom betrieben werden.

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