Südafrika Wasser

Südafrikas Wassersektor bietet viele Geschäftsmöglichkeiten

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Verfasser: Carsten Ehlers (Oktober 2010)

Johannesburg (gtai) - Mindestens 3 Mrd. Euro will die südafrikanische Regierung bis 2018 in die Wasserinfrastruktur investieren. Experten gehen allerdings davon aus, dass deutlich mehr Geld nötig sein wird, um die Wasserver- und Abwasserentsorgung langfristig sicherzustellen; von etwa 10 Mrd. Euro an Investitionsbedarf ist die Rede. Bei den derzeit geplanten Projekten geht es in erster Linie um neue Staudämme. (Kontaktanschrift)

Defizite bei der Aufbereitung / Probleme durch hochgiftiges Minenabwasser

Die Nachfrage nach Wasser steigt schon allein dadurch, dass immer mehr von schwarzen Südafrikanern bewohnte Siedlungen an das Netz angeschlossen werden. Wirtschaftswachstum, neue Kraftwerke und Minen sowie Projekte in der Landwirtschaft erhöhen den Druck auf die Wasservorräte. Angesichts der wachsenden Nachfrage sind neue wassersparende Technologien notwendig. Die Infrastruktur muss erweitert werden, Abwasseraufbereitung und effizientere Speicherung dürften ebenfalls an Bedeutung gewinnen. Außerdem müssen die Institutionen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene gestärkt werden. Im ganzen Land muss ein Umdenken einsetzen, damit Wasser als knappe und kostbare Ressource begriffen wird.

Auch deutschen Unternehmen eröffnen sich im südafrikanischen Wassersektor vielfältige Geschäftsmöglichkeiten. Insbesondere in folgenden Bereichen dürfte es zu einer hohen Nachfrage kommen: Aufbereitung und Nutzung von Grundwasser; Aufbereitung von Abwasser (Industriewasser, Wasser für die Landwirtschaft, dritte Leitung in Haushalten und indirekte Trinkwasserverwendung); Techniken in der Abwasseraufbereitung; Entsalzung; Erhalt der Wasservorräte/Wasserschutz und Nachfrage-Management (wassersparende Technologien und Steuerung des Drucks auf die Ressourcen); Wasservorrats-Management (Kontrolle, Planung und Steuerung einschließlich Kapazitätsentwicklung und Stärkung der Institutionen im örtlichen, regionalen, nationalen und grenzüberschreitenden Rahmen; Energieerzeugung aus Wasser (hydroelektrische Kraftwerke, geothermische Energie).

Cornelius Ruiters vom zuständigen Department of Water Affairs (DWA) meint, Südafrika sei Weltklasse bei der Wassergewinnung, vor allem was die Staudämme angeht. Derzeit liegt Südafrikas Speicherkapazität bei 28 Mrd. cbm, mehr als 50% über dem jährlichen Bedarf von 17 Mrd. cbm. Mit 10 Mrd. cbm ist die Landwirtschaft der größte Verbraucher, vor der Industrie (5 Mrd. cbm) und der Forstwirtschaft (0,9 Mrd. cbm). Ruiters ist der Auffassung, selbst bei einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 11% (für 2011 wird mit etwa 3,5% gerechnet) und den Folgen des Klimawandels drohe Südafrika keine Wasserkrise.

Andere Experten sehen das kritischer. Nach Ansicht von Peter Ashton, Wasserforscher beim Council for Scientific and Industrial Research (CSIR) liegt in vielen Einzugsgebieten des Landes die Nachfrage jetzt schon über der Bereitstellung. Das führt dazu, dass große Wassermengen über Pipelines umverteilt werden und viele vor allem schwarze Südafrikaner mit weniger als 25 l pro Tag auskommen müssen. Fred van Zyl, der mit der Planung der Wasserversorgung beauftragte Direktor im DWA, sieht Probleme insbesondere in den Provinzen Ostkap, KwaZulu-Natal, Nordwest, Nordkap, Limpopo und Free State. Zwar müsse in Südafrika niemand verdursten, aber zum Teil heftige Einschränkungen wären wohl kaum zu vermeiden.

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