Südafrika Pharma

Südafrikas Pharmasektor wächst trotz neuer Regulierung

Verfasser: Heiko Stumpf (1. Quartal 2012)

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Bonn (gtai) - Der private Gesundheitssektor erweist sich als treibende Kraft und sorgt für steigende Umsätze. Die Nachfrage nach Arzneimitteln dürfte auch 2012 weiter steigen. Im öffentlichen Bereich wird allerdings bei Ausschreibungen verstärkt auf den Preis geachtet, was sich negativ auf die Umsatzzahlen auswirkt. Im Privatsektor dürfte 2012 eine Preisvergleichsmethode gesetzlich festgeschrieben werden, die zu sinkenden Preisen für Medikamente führen soll. In den Startlöchern steht die Gründung einer neuen Zulassungsbehörde für Medikamente. (Kontaktanschriften).

Markt für Generika und frei verkäufliche Medikamente entwickelt sich gut / Preisfestsetzung wird verändert

Der Gesamtumsatz mit Pharmazeutika dürfte 2011 einen Wert von rund 30 Mrd. Rand erreichen (R, rund 3 Mrd. Euro, 1 R = ca. 0,10 Euro). Dieses bedeutet ein Wachstum von rund 7% gegenüber dem Vorjahreswert von etwa 28 Mrd. Rand. Mittlerweile werden über 80% der Umsätze im Privatsektor erzielt, der allerdings nur 16% der Bevölkerung umfasst. Für die Zukunft rechnen Experten weiter mit einem wachsenden Markt. Denn neben dem traurigen Umstand, dass in Südafrika HIV und Tuberkulose stark verbreitet sind, sorgt ein Anstieg chronischer Krankheiten und eine alternde Bevölkerung in den privaten Krankenversicherungen für einen steigenden Bedarf an gesundheitlicher Behandlung.

Bemerkenswert ist dabei die Tendenz, dass sich steigende Umsatzzahlen mittlerweile auf den privaten Gesundheitssektor beschränken, während im öffentlichen Bereich sogar ein leicht sinkender Umsatzwert zu verzeichnen ist. Schätzungen von Branchenexperten zufolge wird der private Sektor 2011 Medikamente im Wert von etwa 25 Mrd. Rand nachfragen, was einen deutlichen Anstieg gegenüber dem im Vorjahr erzielten Umsatz von rund 23 Mrd. Rand darstellt.

Besonders gut entwickelt sich dabei der Absatz von Generika und nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten, die mit ca. 15 und 13% im zweistelligen Bereich wachsen. Bei verschreibungspflichtigen Originalpräparaten ist dagegen ein geringeres Wachstum von etwa 4% zu verzeichnen. Auch im Privatsektor nehmen Generika mittlerweile fast 60% ein. Der Bereich der frei verkäuflichen Pharmazeutika profitiert von dem Umstand, dass in Südafrika viele Menschen ihre Gesundheitsversorgung auf Selbstzahlerbasis bestreiten.

Im öffentlichen Sektor ist zwar eine deutlich steigende Stückzahl verbrauchter Arzneimittel zu verzeichnen ist, dies geht aber mit einem leicht sinkenden Umsatz einher. Dieser wird 2011 wohl unterhalb des Vorjahreswertes von etwa 5 Mrd. Rand liegen. Allerdings verfügen die staatlichen Krankenhäuser Südafrikas oftmals über unzureichende Buchführung und Haushaltswesen, was eine Einschätzung der Situation erschwert.

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