Südafrika Elektromobilität

Südafrikanische Firma entwickelt Elektroauto

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Verfasser: Carsten Ehlers (Dezember 2009)

Johannesburg (gtai) - Das im südafrikanischen Kapstadt ansässige Unternehmen Optimal Energy arbeitet an einem Elektroauto. Der Prototyp namens Joule soll 2012 auf den Markt gebracht werden. Dabei kommt das Unternehmen in den Genuss staatlicher Fördermaßnahmen. Generell ist Umweltschutz noch ein recht junges Thema in Südafrika. Öffentliche Förderprogramme speziell für Hybrid- oder Elektromobilität existieren nicht. (Kontaktanschriften)

Markteinführung für 2012 geplant / Suche nach privaten Investoren

Die südafrikanische Optimal Energy, die derzeit das Elektroauto "Joule" entwickelt, will ab 2012 die Massenproduktion starten. Zunächst wird die Herstellung von etwa 50.000 Kfz pro Jahr angepeilt. Rund 80% davon sollen exportiert werden. Bereits 2008 wurde der Sechssitzer auf dem Pariser Autosalon vorgestellt.

Mit einem 220-V-Anschluss kann der Joule nach Angaben des Unternehmens binnen sieben Stunden aufgeladen werden, was für rund 200 km ausreicht. Die Batterien müssten zunächst importiert werden. Später, so die Vorstellung des Unternehmensleiters Kobus Meiring, könnten diese in Südafrika hergestellt werden. Joule dürfte derzeit etwa 200.000 Rand (R; an die 19.000 Euro) kosten. Von der Regierung erhielt das Unternehmen einen Zuschuss für Forschung und Entwicklung.

Dieser Zuschuss kam vom Innovation Fund (IF) aus dem Department of Science and Technology. Nach Aussage von Branchenkennern war er daran gebunden, dass von lokalen Zulieferern gekauft wird. Neben dem IF ist auch die südafrikanische Entwicklungsbank International Development Corporation (IDC) Anteilseigner. Insgesamt belaufen sich die staatlichen Förderungen, so das Unternehmen, auf rund 155 Mio. R (circa 15 Mio. Euro). Optimal Energy sucht indes intensiv nach privaten Geldgebern. Der zusätzliche Kapitalbedarf wird auf annähernd 1,5 Mrd. R (etwa 140 Mio. Euro) geschätzt. Interesse von Investorenseite scheint reichlich vorhanden.

Bei einer Produktion von mehr als 50.000 Einheiten jährlich würde Optimal Energy auch in den Genuss der allgemeinen Fördermaßnahmen für die südafrikanische Automobilindustrie kommen. Diese profitiert derzeit noch von Anreizen des Motor Industry Development Programme (MIDP). Das MIDP läuft 2012 aus. Nachfolger wird das Automotive Production Development Programme (APDP), das Anfang 2008 vom Department of Trade and Industry (DTI) beschlossen wurde. Im Gegensatz zum MIDP beziehen sich die Anreize des APDP auf eine Produktionsausdehnung und nicht mehr auf Exporte.

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