Südafrika Maschinenbau

Südafrika - Maschinenbau und Anlagenbau

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Verfasser: Carsten Ehlers (Juli 2010)

Johannesburg (gtai) - Südafrika bietet mit seiner für afrikanische Verhältnisse breit aufgestellten Industrie auch in Zukunft gute Absatzchancen für deutsche Maschinen und Anlagen. Zur Jahresmitte 2010 macht sich in etlichen Sektoren wieder positive Stimmung breit, sodass mit Investitionen in die Maschinenparks zu rechnen ist. Für ausländische Maschinenlieferanten wirkt sich zudem die derzeitige Stärke der südafrikanischen Währung Rand förderlich aus. Dadurch werden Einfuhren aus Europa spürbar verbilligt.

Marktentwicklung/-bedarf

Südafrika befindet sich Mitte 2010 in Aufbruchsstimmung, nachdem es zuvor heftig von der weltweiten Wirtschaftskrise getroffen wurde. Experten erwarten für das Gesamtjahr ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts von etwa 2,8%. Auch für den Absatz von Maschinen und Anlagen hat sich das Umfeld im Vergleich zu 2009 damit deutlich verbessert. Für ausländische Lieferanten wirkt sich zudem der starke südafrikanische Rand positiv aus. Mitte 2010 lag der Devisenkurs für einen Euro nur noch bei etwa 9,5 Rand (R), Anfang 2009 waren es noch über 13 Rand gewesen. Häufig nutzen südafrikanische Unternehmen derart günstige Wechselkursmomente, um ihren Maschinenpark zu erneuern. Die letzte Gelegenheit dazu bot sich 2005.

Die Aussichten für den Absatz von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen haben sich spürbar verbessert. Nach einer mehr als zwei Jahre andauernden Konsumflaute befindet sich der Einzelhandel wieder in einem leichten Aufschwung. Dies ist auch eine positive Meldung für die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie. Der lokale Verpackungssektor mit seinen beiden Marktführern Nampak und Astrapak gilt als international hochgradig wettbewerbsfähig und investiert ständig in neueste Produktionstechnologie.

Der südafrikanische Automobilsektor rechnet für 2010 und 2011 mit einem Investitionsschub. Der Branchenverband National Association of Automobile Manufacturers of South Africa (NAAMSA) prognostiziert, dass 2010 mehr als 4,6 Mrd. R in Vorhaben fließen werden. Höhere Ausgaben der Branche wurden zuletzt während des Booms 2006 getätigt. Von den umfangreichen Ausgaben sollte auch der Absatz von Werkzeugmaschinen profitieren. Die hohen Investitionen dürften auch eine positive Reaktion auf das vom Wirtschaftsministerium beschlossene Förderprogramm Automotive Production and Development Programme (APDP) sein, welches ab 2012 gilt.

Im Bergbau sind neue Projekte insbesondere bei Platin, Kohle und Eisenerz geplant. Damit ist auch die Nachfrage nach Bergbaumaschinen und Anlagen gesichert. Die Goldproduktion wurde in den vergangenen Jahren konjunkturunabhängig reduziert, weil die Vorkommen zu tief liegen. Von Südafrika aus werden auch die Nachbarländer mit Bergbaumaschinen und -ausrüstungen beliefert. Hierzu zählen Sambias Kupfergürtel, die Titansand- und Kohleprojekte in Mosambik, Namibias Uranminen oder auch die Platinindustrie in Simbabwe.

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