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Start frei für Erneuerbare Energien in Südafrika

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Verfasser: Carsten Ehlers (1. Quartal 2012)

Bonn (gtai) - Erneuerbare Energien halten in Südafrika Einzug. Nachdem jahrelang fast nichts passiert ist, hat es Ende 2011 die erste von mehreren Ausschreibungsrunden gegeben, die sich bis 2014 auf Vorhaben mit insgesamt 3.725 MW belaufen sollen. Bis 2030 sollen fast 18 GW an Kapazitäten bei den Erneuerbaren entstehen. Durch diese Ausschreibungsrunden können erstmals auch private Unternehmen in Südafrika Strom produzieren. Für den lokalen Stromsektor sind dies epochale Veränderungen. (Kontaktanschriften)

Bis 2014 werden Projekte mit 3.725 MW ausgeschrieben / Erstmals auch private Betreiber

Seit Ende 2011 kommt der südafrikanische Markt für Erneuerbare Energien so richtig in Schwung. Am 4.11.11 wurde die 1. Ausschreibungsrunde für Vorhaben mit einer Kapazität von 1.415 MW eröffnet. Im Einzelnen ging es um18 Fotovoltaik-Anlagen mit insgesamt 631 MW, acht Windparks mit 634 MW und zwei Anlagen für Concentrated Solar Power (CSP) mit 150 MW. Vom Department of Energy (DoE) wurden 28 sogenannte Preferred Bidder ausgewählt. Diese haben nun bis Juni 2012 Zeit, die Finanzierung für die vorgeschlagenen Konditionen sicher zu stellen.

Weitere Ausschreibungsrunden kündigte das DoE bis 2014 an. Letztendlich soll die Gesamtkapazität bei 3.725 MW liegen. Experten gehen davon aus, dass die Ausfallquote in der ersten Bieterrunde gering ist und der überwiegende Teil der Projekte tatsächlich zustande kommt. In den kommenden Bieterrunden könnte das Interesse an den Vorhaben nachlassen, da die Obergrenzen für die Abnahmepreise des Stroms in den Rahmenbedingungen der Ausschreibungen sukzessive gesenkt werden sollen. Für sämtliche Projekte werden seitens des DoE technologieabhängige Preisobergrenzen vorgeben.

Bis Ende 2010 gab es in Südafrika offiziell Einspeisetarife, die aber nie zur Anwendung kamen, da sie zu hoch und daher nicht durchsetzbar waren. Die Abschaffung von Einspeisetarifen sieht Florian Papenberg, Managing Director von Ferrostaal South Africa skeptisch: "Das Einführen eines Bieterverfahrens in einer derart frühen Marktentwicklungsphase kann dazu führen, dass am Ende nur solche Projekte zur Umsetzung kommen, bei denen zu Gunsten eines möglichst geringen Angebotspreises Abstriche an Qualität und Umsetzbarkeit gemacht werden."

Seit der Einführung des Bieterverfahrens wird vor allem der staatliche Energieversorger Eskom von der Regierung verpflichtet, Abnahmeverträge zu den politisch vorgegebenen Preisen abzuschließen und die Kosten per Umlage auf seine Kundschaft abzuwälzen. In Südafrika, wo die Strompreise künstlich niedrig gehalten werden, damit Elektrizität für einen Großteil der Bevölkerung überhaupt erschwinglich ist, kann dies eine soziale Gratwanderung werden.

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