Südafrika Bergbau

Stabile Aussichten für deutsche Bergbautechnik in Südafrika

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Verfasser: Carsten Ehlers (1. Quartal 2012)

Bonn (gtai) - Deutsche Lieferanten von Bergbautechnik können auch in den kommenden Jahren weiter mit Aufträgen aus Südafrika rechnen. Innerhalb Afrikas ist die Kaprepublik der größte Abnehmer in diesem Segment. Deutsche Unternehmen verfügen zwar über keine dominante Marktposition, bedienen aber diverse Nischen. Ein beträchtlicher Teil der südafrikanischen Bergbauinvestitionen dürfte in den kommenden Jahren in den Abbau von Kohle, Eisenerz und Platin fließen.

Speziallösungen sind gefragt / Auch Nachbarländer als Absatzmärkte attraktiv

Auch wenn Südafrikas Bergbausektor nach Ansicht von Experten sein Potenzial bei weitem nicht ausschöpft, bleibt er für deutsche Exporteure ein attraktiver Markt. Weltweit hinkt die Kaprepublik als Abnehmer deutlich hinter Großmärkten wie der VR China (deutsche Exporte von Bergbautechnik 2010: rund 322 Mio. Euro), Russland (264 Mio. Euro) oder den USA (144 Mio. Euro) hinterher. Laut vorläufigen Statistiken des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) könnten 2011 die deutschen Ausfuhren in diesem Bereich nach Südafrika einen Wert von etwa 13 Mio. Euro erreicht haben. Gegenüber 2010 wäre dies ein deutliches Plus von fast 15%. Aus dieser Steigerung einen Trend abzulesen wäre indes vermessen, denn die Exportzahlen schwankten in den vergangenen Jahren heftig und waren von Einzelaufträgen abhängig.

Insgesamt importierte die Kaprepublik Bergbautechnik im Wert von rund 300 Mio. Euro. Hauptlieferanten waren Unternehmen aus den USA, Schweden, Großbritannien und Finnland. Deutsche Unternehmen zählen mit einem Marktanteil von etwa 3,7% nicht zu den Platzhirschen, bedienen aber diverse Nischen. "Deutsche Lieferanten verfügen dann über gute Chancen, wenn Speziallösungen gefragt sind", bestätigt Klaus Stöckmann, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Bergbaumaschinen beim VDMA. Er ergänzt: "Steigende Umweltschutzauflagen sowie einheitlichere Qualitätsstandards zwingen südafrikanische Unternehmen auf neueste Bergbautechnik umzustellen. Für deutsche Lieferanten ergeben sich daraus gute Geschäftschancen".

Südafrika ist im Gegensatz zu vielen afrikanischen Staaten das einzige Land, das langfristig regelmäßige Aufträge einer gewissen Größenordnung garantiert. Aus diesem Grund sind einige deutsche Unternehmen dort präsent. Alle anderen Länder sind als Absatzmarkt entweder zu klein oder instabil. Überraschenderweise sticht im südlichen Afrika neben Südafrika der simbabwische Bergbausektor heraus. Dorthin wurden trotz politischer und wirtschaftlicher Krisen über die letzten zehn Jahre immer wieder gute Verkäufe getätigt. Mitte 2011 lag der Exportwert deutscher Bergbautechnik in das ehemalige Südrhodesien bereits bei mehr als 1,5 Mio. Euro. Simbabwe können die deutschen Unternehmen ohne Probleme von Südafrika aus betreuen. Auch andere Nachbarstaaten wie Angola, Mosambik oder Sambia bieten Chancen, gelten jedoch als instabil.

In Südafrika bescheren Platin, Kohle, Eisenerz, Gold und Diamanten den Großteil der Bergbaueinnahmen. Vor allem in den drei erst genannten Bereichen ist in den kommenden Jahren mit größeren Beschaffungen von Bergbautechnik zu rechnen. Der Platinsektor ist bereits in den vergangenen Jahren stark gewachsen, das Metall wird überwiegend für Kfz-Katalysatoren verwendet. Südafrika ist der weltweit größte Platinproduzent. Die Minen konzentrieren sich im Bushveld-Complex, nordwestlich von Pretoria. Zu den großen Herstellern zählen Anglo Platinum (Amplats), Impala Platinum (Implats), Lonmin, Northam Platinum und Aquarius Platinum. Derzeit finden mehrere Erweiterungsinvestitionen statt, mit geschätzten Kosten von 29 Mrd. Rand (R; etwa 2,8 Mrd. Euro, 1 R = rund 0,10 Euro) bis 2015.

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