Simbabwe Energie

Simbabwe sucht für den Energiesektor private Investoren

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Verfasser: Carsten Ehlers (1. Quartal 2011)

Harare (gtai) - Simbabwe kann seinen Strombedarf seit Jahren nicht mehr decken und muss Energie importieren. Für die Modernisierung der maroden Energieinfrastruktur wird dringend Kapital aus dem Ausland benötigt. Noch relativ neu ist dabei die Offenheit der Regierung für Projekte mit privaten Partnern. Das Interesse hielt sich bislang jedoch in Grenzen. Mehr Sicherheit soll ein Gesetz bringen, das privates Engagement schützt und Verträge mit dem staatlichen Stromversorger ermöglicht. (Kontaktanschriften)

Rechtliche Voraussetzungen werden geschaffen / Modernisierung der bestehenden Infrastruktur vorrangig

Bevor Simbabwe an hohe Investitionen in neue Kraftwerke oder Leitungen denken kann, muss zunächst die vorhandene, aber völlig veraltete Infrastruktur wieder auf Vordermann gebracht werden. Entsprechende Brownfield-Investitionen stehen ganz oben auf der Dringlichkeitsliste, da es seit Mitte der 80er Jahre kaum umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen gab.

zimbabwe

Stromknappheit und -ausfälle sind in der ehemaligen britischen Kolonie fast schon zum Dauerzustand geworden. Die staatliche Zimbabwe Electricity Supply Authority ZESA kann nur einen Teil des Bedarfs decken. Dieser lag 2010 bei etwa 2.200 MW, liefern konnte ZESA nur maximal 1.200 MW. Der Rest wird aus Mosambik, Sambia und Kongo (Dem.) importiert. Bezahlen kann ZESA die Stromimporte schon lange nicht mehr, der Schuldenberg liegt im Milliarden-US$-Bereich.

Sollte Simbabwe eines Tages genügend Kapital zur Verfügung haben, ist auch an Kraftwerksneubauten gedacht. Das zuständige Energieministerium hat bereits eine mögliche Projektliste in der Schublade und möchte dabei vor allem auf die Energieträger Kohle, Gas und Wasser setzen. Als neues Kohlekraftwerk würde sich Gokwe North mit etwa 1.400 bis 2.000 MW anbieten. Die Energieerzeugung mit Gas käme in Hwange North (rund 400 MW) in Frage.

Geplante Energieprojekte in Simbabwe
Projekt Kosten/zusätzliche Kapazität Erläuterung
Hwange (Ausbau) 600 Mio. US$,600 MW Machbarkeitsstudie wird erstellt, PPP existiert zwischen ZBC und Postmining mit südafrikanischem Partner, Finanzierung noch nicht sicher
Kariba South (Ausbau) 400 Mio. US$, 300 MW PPP möglich
Gokwe North (Neubau) 1,4 Mrd. US$, 1.400 MW IPP möglich. Machbarkeitsstudie von 1998 existiert, muss erneuert werden
Batoka Hydro Scheme (Neubau) 1,8 Mrd. US$, maximal 1.600 MW Kraftwerk am Sambesi als Partnerprojekt mit Sambia (800 MW für jedes Land), Sambia hat aus politischen Gründen noch nicht zugestimmt
Neubau kleiner Wasserkraftwerke Je Kraftwerk zwischen 5 und 50 MW Bau auf kommunaler Ebene, bieten sich vor allem in Eastern Highlands an. Wenige Projekte bereits im Bau
Demand-Side-Management Energiesparen Einführung von Sparlampen oder sparsamen Durchlauferhitzern

Quelle: Ministry of Energy

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