Sambia Energie

Sambia steuert auf Stromkrise zu

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Verfasser: Carsten Ehlers (1. Quartal 2011)

Lusaka (gtai) - Bereits jetzt liegt Sambias Spitzenbedarf an Strom nur knapp unter der installierten Kraftwerkskapazität. Hohes prognostiziertes Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren, insbesondere im Bergbau, dürfte schon in Kürze zu Stromknappheit führen. Nun sollen mit chinesischer und indischer Hilfe zwei Kraftwerke gebaut werden. Dies wird allerdings Jahre dauern. Konzepte für effektives Demand-Side-Management scheint der staatliche Stromversorger Zesco noch nicht zu haben. (Kontaktanschriften)

Bau von zwei Kraftwerken geplant / Energieeffizienz bislang nur auf dem Papier

zambi

Nach jahrelangen Planungen stehen in Sambia zwei Kraftwerksprojekte vor der Umsetzung. Als Public Private Partnership (PPP) will der staatliche Stromversorger Zambia Electricity Supply Corporation (Zesco) das Projekt Kafue Gorge Lower zusammen mit der chinesischen Sinohydro durchführen. Sinohydro soll den Bau übernehmen, die China Development Bank etwa 1 Mrd. US$ zu den geschätzten Gesamtkosten von 1,5 Mrd. US$ beitragen. Die sambischen Behörden gehen von einem Baubeginn zur Jahresmitte 2011 aus.

Ebenfalls als PPP soll das Itezhi-Tezhi-Wasserkraftwerk mit einer Kapazität von 120 MW gebaut werden. Jeweils zu 50% sind Zesco und die indische Tata Group am Projekt beteiligt. Nach Angaben aus dem Energieministerium soll noch im 1. Quartal 2011 mit dem Bau begonnen werden. Itezhi-Tezhi könnte etwa 200 Mio. US$ kosten. Etwa 70% dieser Summe sollen kreditfinanziert werden.

Sambia benötigt dringend neue Kraftwerke, denn die Verbrauchsspitzen liegen mit etwa 1.600 MW nur knapp unter der installierten Kapazität von derzeit 1.700 MW. Davon ausgehend, dass in den kommenden Jahren im Kupferbergbau neue Großminen entstehen werden und die Wirtschaft auch insgesamt weiter stark wächst, steuert das Land auf eine massive Energiekrise zu. Dies obwohl Sambia über ein riesiges Potenzial alleine an Wasserkraft verfügt.

Gegen die Konkurrenz aus Indien und der VR China dürften deutsche Anbieter, was den Preis anbelangt, unterlegen sein. Allerdings benötigen sowohl Zesco als auch die Minenbetreiber kurzfristig innovative Konzepte, wie die Stromversorgung sicher gestellt werden kann. Gerade bei den Großminen spielt Geld bei der Beschaffung von Anlagen nicht die einzige Rolle, sodass hier deutsche Unternehmen durchaus zum Zuge kommen könnten.

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