Südafrika Schiffbau/Werften

Südafrikanischer maritimer Sektor bietet Investitionschancen

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Verfasser: Carsten Ehlers (September 2009)

Johannesburg (gtai) - Südafrikas maritime Industrie könnte in den kommenden Jahren für Anleger interessant werden: So möchte der staatliche Hafenbetreiber NPA seine Trockendocks auslagern. Hierfür sollen private Betreiber oder auch Eigner gefunden werden. Hinzu kommen zunehmende Aktivitäten bei der Gasproduktion vor der südafrikanischen Küste. In Saldanha Bay sollen die Plattformen gebaut werden. In Kapstadt entsteht derzeit eine neue Service- und Reparaturanlage für Plattformen. (Kontaktanschriften)

Private Betreiber gesucht / Versorgung von Plattformen gewinnt an Bedeutung

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Ein Konjunkturpaket für die südafrikanische maritime Industrie ist seitens der Regierung nicht vorgesehen, dafür spielt die Branche in der Kaprepublik eine zu geringe Rolle. Im Jahr 2010 könnte die National Ports Authority (NPA), die Eigentümerin und Betreiberin der südafrikanischen Häfen, einen Großteil ihrer Reparatur- und Instandhaltungseinrichtungen an einen privaten Betreiber abgeben. Dazu würden unter anderem die Trockendocks zählen. Betreiberlizenzen könnten für 20 bis 40 Jahre vergeben werden. Im Gespräch ist zudem eine Eigentumsübertragung der Fazilitäten. Wie genau die Auslagerung vonstattengehen soll, ist derzeit noch nicht geklärt. Marktbeobachter meinen jedoch, dass es bereits 2010 zu internationalen Ausschreibungen kommen könnte.

Für ausländische Unternehmen wäre höchstens eine Minderheitsbeteiligung möglich. Die NPA tut sich schwer, derart wichtiges Vermögen komplett an ausländische Investoren abzugeben. Hinzu kommt in Südafrika die Komponente von Black Economic Empowerment (BEE). Diese Gesetzgebung schreibt vor, dass ein bestimmter Prozentsatz der Eigentumsanteile an schwarze südafrikanische Unternehmen gehen muss.

saDie NPA ist ein Ableger des staatlichen Transportunternehmens Transnet. Letzterer hat seit Jahren nichts mehr in die Docks investiert und betrachtet sie nicht als zum Kerngeschäft zugehörig an. Derzeit gibt es in Südafrika Trockendocks in Durban, in East London und zwei in Kapstadt. Sie alle sind bereits mehr als 60 Jahre alt und nach Royal Navy Standards für schlanke Schiffe gebaut worden. Für die immer breiter werdenden Frachter besteht in Südafrika keine Möglichkeit, im Trockendock repariert zu werden.

Im Bereich der Offshore-Industrie bestehen begrenzte Aktivitäten. Offshore-Windparks vor der südafrikanischen Küste sind derzeit nicht geplant. Allerdings kommt das Thema Windenergie seit 2008 immer mehr in die Schlagzeilen. Derzeit wird der Bau mehrerer kleiner Onshore-Windparks erwogen; es ist nicht auszuschließen, dass es in den kommenden Jahren auch Investitionen in Offshore-Windparks gibt.

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