Südafrika Medizin

Südafrika - Medizintechnik

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Verfasser: Carsten Ehlers (Juli 2011)

Bonn/Johannesburg (gtai) - Südafrikas Markt für Medizintechnik wächst mit 7% deutlich schneller als das Bruttoinlandsprodukt. Die privaten Klinikbetreiber im Land sind ein stabiler Abnehmer von hochwertigem Gerät. Sie dürften in Zukunft stärker in die Nachbarländer expandieren. Ein im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich erhöhtes Budget hat zudem der staatliche Gesundheitssektor zur Verfügung. Einige Krankenhäuser sollen grundlegend modernisiert werden.

Marktentwicklung/ -bedarf

Der Gesamtumsatz mit Medizintechnik in Südafrika wächst jährlich mit rund 7% und wird für 2011 auf rund 800 Mio. US$ geschätzt. Damit gehört Südafrika zu den 30 größten Absatzmärkten weltweit. Etwa 90% des Bedarfs an Medizintechnik muss importiert werden. Deutsche Unternehmen zählen zu den führenden Lieferanten von Branchenprodukten. Nach Angaben von Marktkennern dürfte die hohe Nachfrage auch über das Jahr 2011 hinaus anhalten. Orthopädietechnik und Prothesen sowie zahnmedizinische Instrumente haben die größten Wachstumschancen.

Neben dem privaten Gesundheitssektor als bisher dominantem Abnehmer von Medizintechnik treten staatliche Einrichtungen zunehmend in den Vordergrund. Die öffentlichen Krankenhäuser müssen dringend modernisiert werden. Dafür will die Regierung im Rahmen des Hospital Revitalisation Programme bis 2012 rund 25,7 Mrd. Rand (R, etwa 2,6 Mrd. Euro; durchschnittlicher Devisenkurs Juni 2011: 1 Euro = 9,76 R) ausgeben. Für die Jahre 2012/13 (692 Mio. R) und 2013/14 (2,28 Mrd. R) stellt sie weitere hohe Beträge in Aussicht. Ein beträchtlicher Teil der Gelder soll in Primary Health Clinics fließen. Zudem werden vier größere staatliche Krankenhäuser umfassend modernisiert (George Mukhari in Pretoria, Chris Hani Baragwanath in Soweto, King Edward VIII in Durban und Nelson Mandela Academic in Umthata).

Im privaten Gesundheitssektor sind derzeit keine neuen Krankenhäuser geplant. Die drei dominierenden Krankenhausbetreiber Netcare, Mediclinic und Life modernisieren ihre Ausstattung aber regelmäßig. Dabei wird in der Regel auf die beste verfügbare Technologie zurückgegriffen. Netcare und Mediclinic sind bereits international aktiv (Schweiz, Vereinigte Arabische Emirate, Namibia). Übernahmen von Privatkliniken im südlichen Afrika sind wahrscheinlich. Südafrika würde für Lieferanten von Medizintechnik damit zunehmend zu einer zentralen Absatzplattform für die gesamte Region werden.

Ein noch relativ neuer Trend in Südafrika sind Public Private Partnerships (PPP). Staatliche Einrichtungen konzentrieren sich zunehmend auf die Grundversorgung ihrer Patienten. Teure Spezialdienstleistungen hingegen werden vermehrt von privaten Krankenhäusern angeboten. Um auf diese teuren Dienstleistungen wenigstens teilweise Zugriff zu haben, kommt es vermehrt zu PPPs, durch die sich der staatliche Sektor einen Teil der Kapazitäten in privaten Kliniken erkauft. Darüber hinaus sollen in staatlichen Krankenhäusern bestimmte medizinische Dienstleistungen vom Privatsektor übernommen werden.

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