Mosambik Transport

Neue Transportwege in Mosambik

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Verfasser: Heiko Stumpf (1. Quartal 2012)

Bonn (gtai) - Aufgrund des zunehmenden Kohleabbaus müssen die Transportwege in Mosambik ausgebaut werden. Im nördlichen Teil des Landes fließen hohe Summen in die Entwicklung der Transportkorridore von Nacala und Beira. Geplant sind neue Bahntrassen in West-Ost-Richtung zu den Überseehäfen der ehemaligen portugiesischen Kolonie. Auch Hafenterminals werden erweitert beziehungsweise gebaut. Mehrere Minengesellschaften investieren selbst in neue Verkehrsverbindungen. (Kontaktanschriften)

Mehrere Bahnstrecken im Norden geplant / Bergbau braucht zusätzliche Beförderungskapazität

Der gegenwärtige Kohleboom in Mosambik wird in den kommenden Jahren eine Reihe großer Verkehrsinvestitionen nach sich ziehen. Da zahlreiche Bergbauprojekte sowie der Produktionsaufbau in den bereits bestehenden Minen stark von einer Kapazitätserweiterung der Verkehrswege und Häfen abhängen, sind es vor allem die Bergbauunternehmen selbst, die Infrastrukturprojekte voranbringen. Im Mittelpunkt stehen dabei Bahnverbindungen von den Kohlerevieren der Tete-Provinz zu den jeweiligen Verschiffungshäfen.

Die brasilianische Bergbaugesellschaft Vale setzt für den Export der Kohle aus der Moatize-Mine auf den Tiefseehafen in Nacala. Der Konzern investiert insgesamt 4,4 Mrd. US$ in eine 912 km lange Bahnverbindung und den Bau eines Kohleterminals in der im Norden Mosambiks gelegenen Hafenstadt. Vale will die Kohleproduktion in seiner Moatize-Mine gegenüber der ursprünglich geplanten Menge auf 22 Mio. t verdoppeln und braucht deshalb dringend entsprechende Transportkapazitäten.

Das geplante Kohleterminal soll über eine Kapazität von 18 Mio. t verfügen. Der Standort Nacala bietet dabei den Vorteil eines natürlichen Tiefseehafens, den auch Schiffe der Post-Panamax-Klasse anlaufen können. Die vorgesehene Bahnstrecke von Tete nach Nacala führt auf insgesamt 238 km Länge durch den südlichen Teil von Malawi. Eine entsprechende Konzession wurde zwischen Vale und der malawischen Regierung im Dezember 2011 vertraglich vereinbart.

In Malawi ist der Neubau eines etwa 145 km langen Teilstücks durch die Distrikte Chikwawa und Mwanza nach Balaka vorgesehen. Das portugiesische Unternehmen Mota-Engil wurde bereits mit der Ausführung der erforderlichen Bauarbeiten beauftragt. In Balaka erfolgt dann der Anschluss an das vorhandene Schienennetz, welches bei Nayuchi wieder mosambikanisches Territorium erreicht und weiter bis nach Nacala führt. Sowohl auf mosambikanischer als auch auf malawischer Seite wird die bestehende Bahnstrecke umfassend erneuert.

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