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Namibias Telekommunikationssektor sehnt neues Unterseekabel herbei

 

PDF versionVerfasser: Carsten Ehlers (2. Quartal 2010)

Windhuk (gtai) - Namibias Telekommunikationssektor verzeichnet weiterhin hohes Wachstum. Die Investitionen in das Netz in den vergangenen Jahren dürften in den kommenden Jahren für sinkende Preise sowie ein umfangreicheres Dienstleistungsangebot sorgen. Was noch fehlt, ist eine leistungsfähige Verbindung ins Ausland. Das neue Unterseekabel WACS könnte diesen Engpass beheben. Technisches Know-how aus dem Ausland wird weiterhin gefragt bleiben. (Kontaktanschriften)

National Backbone ist fertig / Mobile Telecom Company Vorreiter mit 4G - Technologie

Namibia

Hohe Investitionen flossen in den vergangenen Jahren in den Aufbau eines leistungsfähigen Telekommunikationsnetzes. In den kommenden Jahren wird es darum gehen, das Netz weiterhin auf dem neuesten Stand zu halten und das Serviceangebot seitens der Telefongesellschaften zu erweitern. Dafür benötigt insbesondere die staatliche Namibia Telekom Know-how aus dem Ausland. Die Regierung erwägt eine Teilprivatisierung des Festnetz- und Mobilfunkanbieters.

Der private Mobilfunk befindet sich inzwischen auf technologisch hohem Niveau. 3,5G-Technologie wird in Ballungsgebieten eingesetzt, Der Mobilfunkanbieter Mobile Telecom Company (MTC) bietet seit April 2010 in Windhuk gar 4G an. Nach Auskunft des Unternehmens ist Windhuk damit in ganz Afrika Vorreiter. Problematisch ist derzeit noch die Verbindung Namibias nach Übersee. Namibia verfügt nur über einen Zugang zum South Atlantic-3 (SAT-3) Kabel in Kapstadt. SAT-3 verläuft von Kapstadt entlang der afrikanischen Westküste bis nach Sesimbra in Portugal. Die derzeitige einseitige Abhängigkeit von SAT-3 führt zu hohen Kosten und geringer Kapazität für Auslandsgespräche.

Eine deutliche Besserung verspricht das über weite Strecken parallel verlaufende zweite Kabel namens West African Submarine Cable (WASC). Es wird wohl bis Ende 2011 fertig gestellt sein. WASC soll bis nach London reichen. An ihm sind neben diversen privaten Investoren die nationalen Telekom-Gesellschaften von 15 Ländern beteiligt. Namibia soll über Swakopmund mit dem Kabel verbunden werden. Das Land möchte am WASC über deutlich mehr Mitspracherecht und Kapazität verfügen als bei SAT-3. Daher hat sich Telecom Namibia mit der Botsuana Telecommunications Corporation (BTC) zusammengeschlossen. Beide zusammen würden dann 70 Mio. US$ als Einlage für WASC beisteuern können und somit mehr Einfluss auf die Verteilung der Kapazitäten erhalten.

Auf dem Mobilfunksektor gibt es in Namibia mit MTC, Leo (früher Cell One) und Namibia Telecom drei Anbieter. Mit insgesamt rd. 1,2 Mio. Nutzern (gemessen an verkauften SIM-Karten) ist die Mobilfunkdichte verglichen mit anderen afrikanischen Ländern recht hoch. Allerdings sind die Angaben mit Vorsicht zu genießen, da es in Namibia SIM-Karten für ca. 1 Euro an jeder Straßenecke gibt und auch Mitte 2010 noch keine Registrierungspflicht besteht.

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