Namibia Energie

Namibias Energiesektor vor größeren Investitionen

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Verfasser: Carsten Ehlers (2. Quartal 2010)

Bonn (gtai) - Namibia muss die Kraftwerkskapazitäten deutlich aufstocken, da zahlreiche Uranminen vor dem Produktionsbeginn stehen. Private Investoren sind erwünscht, deren Interesse hält sich jedoch in Grenzen. Das seit Jahren diskutierte Kudu-Gas-to-Power-Projekt liegt durch den Ausstieg von Gazprom seit Mai 2011 auf Eis. Bei erneuerbaren Energien gibt es eine interessante Initiative aus Deutschland: Eine invasive Buschart wird zur Stromerzeugung für das Ohorongo-Zementwerk genutzt. (Kontaktanschriften)

Verbindungen in die Nachbarländer werden ausgebaut / Kudu-Gas-to-Power-Projekt immer noch auf Eis

Namibia

Aufgrund zunehmender Stromknappheit sowie hoher Abhängigkeit von Stromlieferungen aus Südafrika stehen in Namibias Energiesektor in den kommenden Jahren diverse Projekte auf dem Programm. Noch gab es keine Probleme mit den Stromkäufen bei der südafrikanischen Eskom, mit der Namibia seit Jahren ein Lieferabkommen hat. Allerdings hat Eskom bereits Schwierigkeiten, den eigenen Markt ausreichend zu versorgen, sodass Namibia nach Ansicht von Beobachtern gut daran täte, sein Schicksal selbst in die Hände zu nehmen.

Zunächst wurde beschlossen, dass sämtliche Kraftwerke im Land, auch wenn sie aus Kostengründen derzeit außer Betrieb sind, instandgehalten beziehungsweise erweitert werden sollen. So wird im Ruacana-Kraftwerk eine zusätzliche vierte Turbine mit einer Kapazität von 92 MW installiert. Den Zuschlag hierfür hat Alstom Hydro erhalten. Im März 2012 soll die Turbine ans Netz gehen. Bislang verfügt Ruacana über drei Turbinen je 82 MW. Die Maßnahme kostet umgerechnet rund 75 Mio. Euro. Kurz- oder mittelfristig wird zudem eine Erweiterung des Paratus-Dieselkraftwerks bei Walvis-Bay um 21 MW erwogen.

Namibia

Auch der Ausbau der Überlandleitungen wird vorangetrieben. Nach Kapstadt sollen nun zwei Übertragungsleitungen mit einer Spannung von insgesamt 620 kV installiert werden. Darüber hinaus bauen Namibia und Sambia den Caprivi-Interconnector. Dieser soll die Stromnetze beider Länder über eine 220-kV-Leitung miteinander verbinden und noch im April 2010 fertig sein. Das Projekt Zizabona soll die Stromnetze von Simbabwe, Sambia, Botsuana und Namibia miteinander verbinden. Bei etwa 225 Mio. US$ dürften die Kosten liegen. Die Bauzeit ist von 2010 bis 2013 geplant. Dazu müssen mehrere 330-kV-Leitungen in der Region um Victoria Falls (Simbabwe), Livingstone (Sambia), Katima Mulilo (Namibia) verlegt werden. Nampower will zunächst eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellen lassen.

Sollte Zizabona realisiert werden, könnte Namibia aus Sambia, Kongo (Dem.) und Botsuana insgesamt rund 250 MW einführen. Bereits importiert wird aus Simbabwe. Schon 2007 einigten sich Nampower und die Zimbabwe Electricity Supply Authority (ZESA) auf die Lieferung von 80 MW für rund 40 Mio. US$. Der Strom kommt aus dem nahe den Victoria-Falls gelegenen Hwange-Kohlekraftwerk.

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