Namibia Wasser

Namibia hat Nachholbedarf im Abwasserbereich

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Verfasser: Carsten Ehlers (Januar 2011)

Windhuk (gtai) - Namibias wachsende Wirtschaft braucht mehr Wasser. Deshalb ist im Süden des Landes ein Staudamm für die landwirtschaftliche Bewässerung geplant. Außerdem soll bei Swakopmund eine Meerwasserentsalzungsanlage für die Uranminen entstehen. Während die Wasserversorgung sowohl auf dem Lande als auch in den Städten in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat, gibt es bei der Abwasserentsorgung einen deutlichen Rückstand. (Kontaktanschriften)

Landwirtschaft und Bergbau müssen ausreichend versorgt werden / Hohe Verdunstungsrate bereitet Probleme

Namibia

In Namibia wird die Aufbereitung von Abwasser zunehmend wichtiger. Handlungsbedarf besteht vor allem in den wuchernden Wellblechsiedlungen, wo die Regierung prioritär Abhilfe schaffen will. Bisher findet Recycling nur in Windhuk statt. Dort wurde 2002 eine Abwasseraufbereitungsanlage mit einer Kapazität von 21.000 cbm gebaut. Bislang allerdings verdunstet der größte Teil des behandelten Wassers, oder es versickert.

Dabei könnte behandeltes Abwasser für Teilbereiche der Landwirtschaft und den Bergbau durchaus interessant sein. Es fehlt aber an Fachwissen und Geld, solche Anlagen zu bauen. Um Abwässer zu reduzieren sollen künftig vermehrt ökologische Behandlungsmethoden eingesetzt werden. Die Stadtverwaltung von Windhuk betreibt zurzeit probeweise ein solches System.

Namibia: Rahmendaten zur Wasserwirtschaft *)
Indikator  
Bevölkerung (in Mio.) 2,2 (2009)
Bevölkerungswachstum (in %) 0,0 (2009)
BIP (in Mio. US$) 9.280,0 (2009)
BIP pro Kopf (in US$) 4.200 (2009)
Gesamtfläche (in qkm) 824.269 (2010)
.Landwirtschaftliche Nutzfläche (in qkm) 388.050 (2007)
Wasserressourcen (in cbm pro Kopf) 8.658 (2007)
Bevölkerungsanteil mit Zugang zu Frischwasser (in %) 92 (2008)
.In Städten (in %) 99 (2008)
.Auf dem Land (in %) 88 (2008)
Bevölkerungsanteil mit Anschluss an die Abwasserentsorgung (in %) 33 (2008)
.In Städten (in %) 60 (2008)
.Auf dem Land (in %) 17 (2008)

*) Schätzungen

Quellen: Economist Intelligence Unit (EIU); UNICEF; Weltbank; World Health Organization (WHO); World Resources Institute

Größtes Projekt in Namibias Wassersektor ist der Bau des Neckartal-Staudamms entlang des Fish-Flusses, etwa 40 km westlich der Ortschaft Keetmannshoop. Der Damm wird mit einer Kapazität von 846 Mio. cbm den mit Abstand größten künstlichen See des Landes aufstauen. Das Wasser soll ausschließlich für die Landwirtschaft verwendet werden, die damit eine Fläche von rund 5.000 ha bewirtschaften kann. Dort könnten unter anderem Datteln, Luzerne oder Wein angebaut werden.

Eine Ausschreibung wird für Anfang 2011 erwartet. Die Investitionssumme dürfte bei etwa 2,5 Mrd. Namibia-Dollar (N$; rund 275 Mio. Euro; 1 N$ = circa 0,11 Euro) liegen. In diesem Betrag sind sowohl der Bau des Staudammes als auch die Installierung des Leitungssystems sowie die Vorbereitung der Bewässerungsparzellen enthalten. Das Ministerium würde nach eigenem Bekunden Unternehmen aus Europa oder Südafrika favorisieren. Nach Fertigstellung soll Namwater den Staudamm betreiben.

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