Malawi Transport

Nacala-Korridor für Malawi wieder wichtiger

PDF version

Verfasser: Carsten Ehlers (November 2009)

Lilongwe (gtai) - In Malawi ist die Bahnlinie zum mosambikanischen Hafen Nacala nahezu betriebsbereit. Da auch die Straßen entlang des gleichnamigen Korridors ausgebaut werden, dürfte Nacala für Malawi in Zukunft an Bedeutung zunehmen. Parallel könnte es zu einem Ausbau der Sena-Bahntrasse nach Beira kommen. Die meisten malawischen Handelsgüter werden im 2.400 km entfernten südafrikanischen Durban umgeschlagen. Mit einer Machbarkeitsstudie für den Shire-Zambezi-Waterway soll Ende 2009 begonnen werden.

Bahnlinie nach Beira könnte ausgebaut werden / Durban ist Hauptverschiffungshafen

Die Bahnlinie von Malawi nach Nacala ist fast wieder fertiggestellt. Es fehlen allerdings Lokomotiven. Für rund 30 Mio. US$ soll das Teilstück zwischen Cuamba und Entre-Lagos auf mosambikanischem Territorium instand gesetzt werden. Experten aus der Logistikbranche meinen, dass dies unter Umständen nicht ausreichen wird. Auch auf malawischer Seite sei die Trasse keineswegs problemfrei. Erst kürzlich sei ein Güterzug auf einer Brücke entgleist. Vier Container sind in den Fluss gestürzt.

Von den Städten Blantyre und Salima führt die Strecke in Richtung Osten zum mosambikanischen Seehafen Nacala. Bis Anfang der 80er Jahre wurde ein Großteil des Güterverkehrs hierüber abgewickelt. Während des mosambikanischen Bürgerkriegs wurden dann weite Teile der Bahnlinie zerstört. Die Nacala-Bahn war in den 60er Jahren errichtet worden. Seit Ende der 90er Jahre ist der Betreiber, die Central East African Railway, ein Joint Venture zwischen Malawi und Mosambik. Da ein Großteil des Transportvolumens auf Massenware wie Tabak und Dünger entfallen würde, erscheint die zwar langsame, aber dafür billige Bahn im Vergleich zum Lkw am sinnvollsten.

malawi

Bereits Mitte 2007 ist auch die Entscheidung gefallen, die rund 450 km lange Sena-Bahnlinie von Tete nach Beira auszubauen. Ein Konsortium namens CCFB, bestehend aus der indischen Rites & Ircon sowie dem mosambikanischen Bahnbetreiber CFM, soll das Vorhaben realisieren. Das mosambikanische Tete liegt nahe des riesigen Kohlereservoirs Moatize. Die dort aktive CVRD möchte die Kohle ab 2010 per Bahn zum Verschiffungshafen nach Beira transportieren. An die Sena-Linie ist auch das malawische Blantyre angeschlossen. Allerdings müsste die Mitte der 90er Jahre weggewaschene Brücke über den Shire-Fluss ersetzt werden. Japan und die EU wurden bereits um finanzielle Hilfe gebeten.

Wegen heruntergewirtschafteter Bahnstrecken wurde in den vergangenen Jahren ein Großteil des Frachtvolumens auf die Straße verlagert. Malawi hat sein Straßennetz massiv ausgebaut, die Hauptverbindungen sind gut. Weitere Straßen sollen in den kommenden Jahren hinzukommen. Mit einem Kredit über 21,4 Mio. US$ von der African Development Bank sollen Straßen entlang des Nacala-Korridors instand gesetzt werden. Auch für die Verbindung zwischen der Hauptstadt Lilongwe und dem Geschäftszentrum Blantyre gibt es Ausbaupläne.

Zum Gesamtartikel