Mosambik IKT

Movitel wird dritter Mobilfunkanbieter Mosambiks

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Verfasser: Carsten Ehlers (Dezember 2010)

Maputo (gtai) - Neben M-Cell und Vodacom gibt es mit Movitel seit November 2010 in Mosambik einen dritten Mobilfunkanbieter. Movitel will 400 Mio. US$ investieren. Mit dem Ausbau des Glasfaser-Backbone steht dem mosambikanischen IT-Sektor in den nächsten Jahren hinreichend Wachstumsspielraum zur Verfügung. Es könnte zu einer Reihe von Firmengründungen im IT-Bereich kommen. Durch die beiden neuen Überseekabel Seacom und EASSy dürften sich zudem Überseegespräche deutlich verbilligen. (Kontaktanschriften)

"National Backbone" fast fertig gestellt / Seacom und EASSy bieten Überseeanschluss

  Mosambik

In Mosambik wurde eine dritte Mobilfunklizenz vergeben. Der Zuschlag ging Anfang November 2010 an Movitel, ein Konsortium bestehend aus der vietnamesischen Vietel und SPI, einer Holding-Gesellschaft der mosambikanischen Regierungspartei Frelimo. Movitel will nach eigenen Angaben bis 2016 etwa 400 Mio. US$ in den Ausbau eines eigenen Netzes investieren und damit rund 85% der mosambikanischen Bevölkerung erreichen.

Der Ausbau des nationalen Glasfaser-Backbone ist inzwischen fast abgeschlossen. Ebenso sind die beiden Unterseekabel Seacom und EASSy verlegt, jeweils mit Anschluss nach Maputo, der Hauptstadt Mosambiks. Dadurch wird der Telekommunikationssektor des Landes auf eine neue Stufe gehoben. Der Weg ist nun frei für sinkende Telefonkosten und Datenübertragungen in großen Mengen. In den kommenden Jahren könnte es einige Unternehmensgründungen im IT-Bereich geben.

Auch wird die nationale Telecomunicacoes de Mocambique (TDM) weiter in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Nach Auskunft von Mamudo Ibraimo, Geschäftsführer von TDM, wird das Geld vor allem in die Komplettierung des Glasfasernetzes fließen. So soll die Hauptverbindung des Landes von Maputo nach Beira von derzeit 16 STM-1 auf 64 STM-1 erweitert werden. Darüber hinaus sollen die Metrolinks innerhalb der Städte Maputo, Beira und Tete ausgebaut, das heißt Glasfaserverbindungen bis direkt in Firmen beziehungsweise Haushalte verlegt werden. Außerdem muss TDM in die Glasfaserverbindung nach Sambia investieren, was Ibraimo mit etwa 5 Mio. Euro veranschlagt. Ibraimo geht davon aus, dass das Investitionsvolumen seitens TDM-Festnetz bei insgesamt jährlich rund 30 Mio. bis 40 Mio. US$ liegen dürfte.

Weniger dicht besiedelte ländliche Gegenden werden mit kabelloser Mikrowellentechnik verbunden. Gelder kamen unter anderem von Danida (Dänemark), von der Exim-Bank (VR China) und der KfW Entwicklungsbank, die an der Finanzierung der Glasfaserverbindung zwischen Maputo und Beira beteiligt war. Für TDM, das auf kommerzieller Basis arbeitet, würde sich der Aufbau des Backbones aus eigener Tasche niemals lohnen, weshalb es der Finanzierung von außen bedarf.

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