Mosambik Häfen

Mosambik verbessert Transportnetz in der Region Maputo

PDF version

Verfasser: Heiko Stumpf (1. Quartal 2012)

Bonn (gtai) - Im Hafen der mosambikanischen Hauptstadt Maputo wird es in den nächsten Jahren zu weiteren Investitionen kommen. Dabei geht es unter anderem um mehr Verladekapazität für Kohle. Südlich der Hauptstadt gibt es Pläne für den Bau eines neuen Tiefseehafens mit einem Transportkorridor nach Botsuana. Ein besserer Anschluss an die nördlichen Provinzen und nach KwaZulu-Natal in Südafrika ist ebenfalls vorgesehen. Maputo soll zudem ein modernes Nahverkehrssystem bekommen. (Kontaktanschriften)

Ausbau der Hafeninfrastruktur / Projekte auch für Straße und Schiene

In Mosambik sorgt steigender Umschlag im Hafen von Maputo für eine Ausweitung der Kapazitäten. Die Betreibergesellschaft Maputo Port Development Company (MPDC) will 1 Mrd. US$ für den Ausbau der Anlagen aufwenden. Ein Masterplan über einen Zeitraum von 20 Jahren ist bereits entwickelt. Der Großteil der darin vorgesehenen Maßnahmen bezieht sich auf den Ausbau des Maputo Cargo Terminals, wo unter anderem für ungefähr 400 Mio. US$ drei neue, 15 m tiefe Liegeplätze geschaffen und bestehende Kaianlagen erneuert werden. Bis 2030 soll die Zahl der Schiffsliegeplätze auf 20 steigen. Investiert wird des Weiteren in die Erneuerung der Schieneninfrastruktur des Hafens.

Neben dem Maputo Cargo Terminal, in dem sich unter anderem die Anlagen zur Abfertigung von Containerschiffen befinden, gehört zum Hafen noch das Matola Bulk Terminal für Massengüter, wie Getreide und Aluminium. Der Umschlag des Hafens Maputo soll nach den Erwartungen der MPDC von geschätzten 13 Mio. t in 2011 auf 50 Mio. t in 2030 steigen. In den letzten acht Jahren wurden seitens der MPDC bereits Investitionen in Höhe von 250 Mio. US$ getätigt, zum Beispiel für die Anfang 2011 fertig gestellte Vertiefung der Hafeneinfahrt auf 11 m. An der MPDC sind neben dem Staatsunternehmen Portos e Caminhos de Ferro de Moçambique (CFM) das südafrikanische Logistikunternehmen Grindrod und Dubai Ports World beteiligt.

Grindrod betreibt in Matola aber zusätzlich noch das eigene Terminal de Carvao da Matola (TCM). Der Logistikanbieter will dort 800 Mio. US$ investieren, um die Kapazität für den Kohleumschlag von derzeit 6 Mio. t jährlich auf 20 Mio. t zu erhöhen. Gebaut werden dazu zwei neue Liegeplätze, Schieneninfrastruktur und ein Kohlelagerplatz. Auch Landgewinnung wird erforderlich. Bis Mitte 2012 wird eine bankfähige Machbarkeitsstudie erstellt. Die Realisierung erfolgt dann in einem Zug bis 2016 oder in zwei Phasen bis 2018. Als Unterstützung für das Projekt hat Grindrod im Januar 2012 den Rohstoffhändler Vitol Group als strategischen Partner mit ins Boot geholt und diesem 35% der Anteile am TCM-Terminal für 67,7 Mio. US$ verkauft.

Ein Konsortium kleinerer Kohlebergbauunternehmen aus Südafrika und Swaziland verfolgt unterdessen Pläne für den Bau eines weiteren Verschiffungsterminals in Maputo mit einer geplanten Kapazität von 6 Mio. t pro Jahr. Nach Angaben der Ecca Mining Group, welche das Konsortium vertritt, verfügen die zusammengeschlossenen Unternehmen über abbaubare Kohlereserven von 800 Mio. t. Dabei handelt es sich aber um weniger hochwertige Kohle der "B"-Sorte, sodass die geplante Anlage nicht in Konkurrenz zum TCM-Terminal von Grindrod treten soll, von wo aus nur hochwertige Kohle verschifft wird.

Zum Gesamtartikel inklusive Kontaktanschriften