Mosambik Wasser

Mosambik ist Vorreiter bei Privatisierung der Wassernetze

PDF version

Verfasser: Carsten Ehlers (Januar 2011)

Maputo (gtai) - Mosambiks städtische Wassernetze stehen Ende 2010 deutlich besser da als noch in den 90er Jahren. Nach der Umstrukturierung des Sektors ist die Transparenz für die Geldgeber weitgehend hergestellt, sodass Kapital für Investitionen in die Infrastruktur freigegeben wurde. Das Geld geht nicht mehr an ineffizient arbeitende Lokalbehörden, sondern an die Fundo de Investimento e Património do Abastecimento de Água (FIPAG), den 1998 gegründeten zentralen Vermögensverwalter der Wassernetze. (Kontaktanschriften)

Größere Transparenz bringt mehr Investitionen / Gesamte Wasserinfrastruktur der Hauptstadt verleast

Seit März 2009 ist FIPAG auch mit der Wasserversorgung der mosambikanischen Städte Lichinga und Cuamba in der Provinz Niassa sowie der beiden Orte Nacala und Angoche in der Provinz Nampula beauftragt. In den kommenden Jahren will die Organisation die Infrastruktur mit Gebergeldern weiter ausbauen. Für Lichinga und Cuamba hat die African Development Bank (AfDB) bereits Hilfsgelder zugesagt. Für Projekte in Nacala und Angoche könnte die Millennium Challenge Corporation (MCC) als Finanzier auftreten.

Die Projekte in den vier Städten haben vor allem die Instandsetzung der vorhandenen Infrastruktur zum Ziel. Benötigt werden insbesondere neue Rohre und Pumpen für das Grundwasser; hinzu kommen Chemikalien für die Aufbereitung. Nach einem Besuch in Nacala berichtete FIPAG-Direktor Miguel Alves, wie heruntergekommen die Wasserversorgung dort sei: Das aufgestaute Frischwasser sei völlig verschmutzt, auch weil Chemikalien fehlten. Außerdem gibt es eine einzige Pumpe, die Wasser in die Aufbereitungsanlage leitet. Wenn diese ausfällt, bricht die Wasserversorgung zusammen.

Das wohl größte Investitionsvorhaben für den Wassersektor Mosambiks in den kommenden Jahren finanziert die EU. Sie stellt rund 95 Mio. Euro für den Ausbau des Wassernetzes in und um Maputo zur Verfügung. Das Maputo-Water-Supply-Project umfasst drei Bereiche: Zunächst soll die Wasserversorgung ausgebaut werden indem die Wasseraufbereitungsanlage am Umbeluzi-Fluss (bei Boane) erweitert wird. Des Weiteren soll die 45 km lange Hauptpipeline von der Aufbereitungsanlage nach Maputo erneuert werden.

Der zweite wesentliche Investitionsbereich des Projekts betrifft die Modernisierung des Leitungsnetzes in Maputo. Die Rohre stammen zum Teil noch aus den 30er Jahren und bescheren Aguas de Mocambique (ADM) immer wieder Verluste durch Lecks. Noch viel größer jedoch sind die Verluste durch Wasserdiebstahl, vor allem in den nur schwer kontrollierbaren Vororten Maputos. Häufig wird einfach ein Loch in die Pipeline gebohrt. ADM Leiter Thomaz beklagt, dass rund 57% des Wassers verloren gehen, das heißt hierfür wird keine Rechnung ausgestellt. Für das Unternehmen sei die Behebung dieses Problems die größte Herausforderung überhaupt. In diesem Zusammenhang wird technisches Gerät für besseres Monitoring benötigt.

Zum Gesamtartikel inklusive Kontaktanschriften