Simbabwe IKT

Mobilfunkanbieter in Simbabwe verlegen Glasfaserkabel

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Verfasser: Carsten Ehlers (1. Quartal 2011)

Harare (gtai) - In Simbabwe haben Mobilfunkanbieter und Internetprovider mit dem Aufbau eines Glasfasernetzes begonnen, um neue Dienstleistungen anbieten zu können. Die staatliche Tel1 ist dazu aufgrund knapper Mittel bislang nicht in der Lage. Das Unternehmen benötigt dringend Kapital- und Know-how-Zufluss, damit es wieder wettbewerbsfähig wird. Über die Privatisierung von Tel1 wird diskutiert. Immer noch wächst die Zahl der Mobilfunkkunden extrem schnell. (Kontaktanschriften)

Privatisierung von Tel1 wird geprüft / Mobilfunkmarkt weiterhin mit großem Potenzial

Neben dem Bergbau ist Simbabwes Telekommunikationsbereich einer derjenigen Sektoren, die 2010 einen deutlichen Aufschwung verzeichneten. Insbesondere die privaten Unternehmen, allen voran die Mobilfunkbetreiber, investieren kräftig in den Ausbau der Infrastruktur. Entlang der Hauptmagistralen des Landes werden Glasfaserkabel verlegt, zum Beispiel durch Econet von Harare nach Bulawayo. Die Anbindung von Harare nach Kariba (Sambia) übernimmt Telecel und der Internetprovider Africom verbindet Harare mit Mutare im Osten des Landes.

Die Verlegung von Glasfaserkabeln quer durch Simbabwe ist gleichzusetzen mit dem Entstehen der National Backbone in den Nachbarländern. Dort wurden in den vergangenen Jahren in der Regel die jeweiligen Festnetzanbieter, meist die staatliche Telekom, aktiv. Die erforderlichen Mittel kamen zu einem beträchtlichen Teil von ausländischen Gebern. Simbabwe hat diese Entwicklung aufgrund der politischen Krise verpasst. Auch jetzt noch ist der einzige Festnetzanbieter, die staatliche Tel1, nicht in der Lage, den Aufbau eines Glasfasernetzes zu finanzieren.

Von der Regierung wird die Verlegung des National Backbone durch private Unternehmen mit gemischten Gefühlen gesehen. Positiv sei, dass sich die Qualität von Telekommunikation und Datentransfers durch die Investitionen deutlich verbessern dürfte. Eines der wichtigsten Informationsnetze Simbabwes nicht in öffentlicher Hand zu wissen, stimmt allerdings einige Regierungsmitglieder bedenklich. Es gibt bereits Stimmen, die meinen, alles müsse bald reorganisiert werden.

Bezüglich des Festnetzanbieters Tel1 soll es eine rasche Entscheidung geben, ob und inwieweit dieser privatisiert werden könnte. Das Unternehmen verfügt nur über etwa 386.000 Festnetzkunden, bei annähernd 13 Mio. Einwohnern landesweit ist dies sehr wenig. Auch das Geschäft mit dem Datentransfer ist bislang komplett an Tel1 vorbei gegangen. Da seit den 90er Jahren kaum Investitionen in das staatliche Festnetz geflossen sind, entstanden nach und nach kleine Anbieter, die zum Beispiel Banken, Versicherungen, Minen und auch Ministerien mit Breitbandtechnologie versorgen.

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