Mauritius Energie

Mauritius will weniger Kohle und Öl importieren

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Verfasser: Carsten Ehlers (3. Quartal 2011)

Port Louis (gtai) - Das dichtbesiedelte Mauritius muss in den kommenden Jahren die Energieerzeugung deutlich ausbauen. Grund dafür ist der steigende Strombedarf, der gegenwärtig bei etwa 420 MW liegt. Vor allem Projekte im Bereich erneuerbare Energien sind geplant. Dadurch möchte die Insel ihre Abhängigkeit von Öl- und Kohleimporten verringern. Für Mauritius bieten sich vor allem Windenergie und Fotovoltaik an. Gefragt sind private Investoren zum Bau und Betrieb der Anlagen. (Kontaktanschriften)

Windparks und Fotovoltaik-Anlagen geplant / Private Investoren sind willkommen

Auf Mauritius nimmt die Stromnachfrage zu. Deshalb muss der Inselstaat die Erzeugungskapazität aufstocken und hofft dabei auf private Investoren. Für diese könnte ein Engagement auf der Insel durchaus interessant sein, gesetzt den Fall, der nationale Stromversorger Central Electricity Board (CEB) bietet attraktive Abnahmeverträge an. Die Voraussetzungen dafür sind gut: Im Gegensatz zu etlichen Staaten auf dem afrikanischen Festland ist das Pro-Kopf-Einkommen auf Mauritius hoch. Auch die relativ zahlreichen Abnehmer im Bereich der Privatwirtschaft sind finanzkräftig.

Konkret geplant wird unter anderem der Bau einer Windfarm für 20 bis 25 MW in Curepipe-Point im Inneren der Insel. Die Anlage soll von einem Independent Power Producer (IPP) auf Basis eines Build-Own-Operate (BOO)-Vertrages betrieben werden. Auf etwa 56 Mio. US$ sollen sich die Kosten belaufen. Bislang haben sich auf die Ausschreibung die französische Aerowatt und die indische Suzlon beworben. Eine Entscheidung, wer den Zuschlag bekommt, soll nach Angaben aus dem Energieministerium noch im Jahresverlauf 2011 fallen.

Zur Jahresmitte 2011 erwartet die CEB Interessensbekundungen für den Bau einer 10-MW-Fotovoltaik-Anlage. Außerdem wird damit gerechnet, dass die CEB im August eine Ausschreibung für ein Kohlekraftwerk veröffentlicht. Das Kraftwerk soll eine Kapazität von 2x15 MW erhalten und als BOO betrieben werden. Die Fertigstellung ist für 2014 angepeilt, die Kosten könnten umgerechnet bei etwa 96 Mio. bis 119 Mio. Euro liegen. Des Weiteren werden in Fort Victoria derzeit vier 15-MW-Schwerölgeneratoren installiert. Im Jahr 2012 soll die Anlage in Betrieb gehen. Auftraggeber ist die CEB, geliefert werden die Generatoren von der dänischen BWSC.

Ein beträchtlicher Teil der geplanten Projekte zielt auf die Nutzung erneuerbarer Energiequellen ab. Damit möchte die Insel ihre hohe Importabhängigkeit von Öl und Kohle reduzieren. Derzeit macht der Anteil von Öl bei der Stromerzeugung rund 25% aus, der von Kohle liegt bei 45%. Außerdem betreiben die immer noch zahlreichen privaten Zuckerproduzenten auf der Insel Wärmekraftwerke, in denen Bagasse verfeuert wird. Als Bagasse bezeichnet man die faserigen Überreste, die beim Auspressen des Zuckerrohrs entstehen. In den übrigen Monaten werden die Kraftwerke mit Importkohle befeuert.