Mauritius Textil

Mauritius Textilsektor profitiert vom Umbruch in Nordafrika

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Verfasser: Carsten Ehlers (3. Quartal 2011)

Port Louis (gtai) - Kurzfristig kommen dem mauritischen Textilsektor die politischen Unsicherheiten auf Madagaskar und in Nordafrika zugute. Infolge der dortigen Krisen sind einige Zusatzaufträge an mauritische Unternehmen gegangen. Davon abgesehen wächst die Branche aber nur mäßig. Dennoch bleiben mauritische Textilunternehmen zuverlässige Abnehmer von hochwertigen Textilmaschinen. Auch deutsche Unternehmen zählen zu den bevorzugten Lieferanten. (Kontaktanschrift)

Nur noch begrenztes Wachstumspotenzial / Hochwertige Textilmaschinen bleiben gefragt

Der Textilsektor auf Mauritius erlebt seit 2010 einen Aufwärtstrend und schlägt dabei vor allem aus den Entwicklungen auf Madagaskar und in Nordafrika Profit. Madagaskar, wohin in den vergangenen Jahren etliche mauritische Textilunternehmer ihre Billigproduktion ausgelagert hatten, ist durch die politische Krise ein unsicherer Textilstandort geworden, der einen beträchtlichen Teil seiner Aufträge verloren hat. Hinzu kommt der Wegfall der Handelspräferenzen aus dem African Growth and Opportunity Act (AGOA). Ein Teil der Fertigung wurde mittlerweile nach Mauritius zurück geholt.

Auch die Revolutionen in Nordafrika haben dazu geführt, dass einige Aufträge, die im Normalfall dort ausgeführt werden, an mauritische Unternehmen gegangen sind. Vom Qualitätsniveau her sind die Textilindustrien Nordafrikas mit Mauritius vergleichbar. In der Regel wird dort qualitativ hochwertige Ware gefertigt. Durch die frankophone Ausrichtung ist auch der Kundenkreis ähnlich - ein beträchtlicher Teil der Auftraggeber kommt aus Frankreich beziehungsweise der EU.

Aufgrund der guten Qualität der Waren ist Mauritius für Anbieter von hochwertigen Textilmaschinen deutlich interessanter als andere afrikanische Textilmärkte, wie Madagaskar oder Lesotho. In der Regel befindet sich der mauritische Maschinenpark auf technologisch neuestem Stand. Die Maschinen kommen nach Angaben von Marktbeobachtern vor allem aus Südafrika, Frankreich, Indien, der VR China und auch Deutschland. Mauritische Unternehmer sind auf der internationalen Textilmaschinenmesse ITMA in München regelmäßige Gäste.

Bereits 1971 wurde in Mauritius eine Export-Processing-Zone (EPZ) eingerichtet, um die Ausfuhren des Landes zu fördern. Firmen mit EPZ-Status exportieren ihre gesamte Produktion und erhalten dafür im Gegenzug Steuererlasse für zehn bis 20 Jahre sowie günstige Kredite und können ihre Waren und Maschinen zollfrei einführen. Mit einem Anteil von heute rund 70% entwickelte sich der Textilbereich zur dominierenden Sparte unter den EPZ-Unternehmen.

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