Mauritius Wasser

Mauritius investiert massiv in Abwassernetz

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Verfasser: Carsten Ehlers (3. Quartal 2011)

Port Louis (gtai) - Im mauritischen Wassersektor gibt es zahlreiche Investitionen, in deren Fokus der Ausbau des Abwassernetzes steht. Umfangreiche Projekte werden in den kommenden Jahren vor allem im Touristenort Grand Baie sowie im dichtbesiedelten Industriedistrikt Plaines Wilhems durchgeführt. Einer der Hauptfinanziers ist die EU. Sowohl beim Bau als auch beim Betrieb der Anlagen bestehen Beteiligungschancen für deutsche Unternehmen. (Kontaktanschriften)

Private Betreiber gesucht / Auch auf der Versorgungsseite gibt es Handlungsbedarf

Mauritius wird in den kommenden Jahren weiter hohe Investitionen in den Aufbau eines Abwassernetzes tätigen. Für Phase 1 des National Sewerage Programme wurden von der Regierung bereits 12 Mrd. Mauritische Rupien (MR; umgerechnet rund 289 Mio. Euro; 1 MR = circa 0,02 Euro) bewilligt. Bis 2014, wenn diese Phase ausläuft, sollen rund 50% der etwa 1,3 Mio. Mauritier Anschluss an die Abwasserkanalisation haben. In Phase 2 (Laufzeit 2014 bis 2035) soll die Reichweite des Abwassernetzes auf 80% der Bevölkerung, auch in ländlichen Gebieten, ausgedehnt werden. Derzeit führt die italienische SGI für Phase 2 eine von der African Development Bank (AfDB) finanzierte Machbarkeitsstudie durch.

Kurzfristig sind auch noch Projekte für die erste Programmphase zu erwarten. Konzentrieren werden sich die Vorhaben auf die Regionen Plaines Wilhems und Grand Baie. Im April 2011 lud die Wastewater Management Authority (WMA) zu Interessensbekundungen für Ausbau und Betrieb des Abwassernetzes in Grand Baie ein. Finanziert werden die Projekte von der französischen Entwicklungsagentur (AFD) und der japanischen JICA.

Grand Baie ist ein schnell wachsender Ort im Norden der Insel mit inzwischen etwa 63.000 Einwohnern. Ein Problem ist, dass sich dort vor den Lagunen auch eines der touristischen Zentren der Insel befindet. Die Lagunen werden von den ins Meer abgeleiteten Abwässern zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Die nun anlaufende 2. Phase des Grand Baie Sewerage Project sieht den Bau einer Abwasseraufbereitungsanlage sowie die Installation eines Kanalisationsnetzes mit Hausanschlüssen vor. Das gesamte Netz sollte anschließend für drei Jahre vom Investor betrieben und Instand gehalten werden.

Abwasseraufbereitungsanlagen auf Mauritius
Ort der Anlage Baukosten Finanzier
Montagne Jacquod 1,3 Mrd. MR Japanische JBIC, Regierung Mauritius
Baie du Tombeau 900 Mio. MR Europäische Investitionsbank (EIB), Regierung Mauritius
Grand Baie (geplant) 1,1 Mrd. MR AFD, Regierung Mauritius
Saint Martin (Plaines Wilhems) 6,7 Mrd. MR Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB), EIB, EU, VR China, Regierung Mauritius

Quelle: Ministry of Energy and Public Utilities

Ein weiteres Kernprojekt der Phase 1 des National Sewerage Programme ist der Ausbau des Abwassersystems im sehr dicht besiedelten Distrikt Plaines Wilhems südlich von Port Louis. Dort befinden sich mehrere nahe beieinander liegende Städte mit insgesamt etwa 280.000 Einwohnern. Bis 2012 soll dort für rund 6,7 Mrd. MR ein funktionstüchtiges Abwassernetz entstehen.