Malawi Wasser

Malawi sucht private Partner für Wasserversorgung

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Verfasser: Carsten Ehlers (Dezember 2010)

Lilongwe (gtai) - Der Wassersektor Malawis bekommt in den nächsten Jahren umfangreiche Hilfsgelder. In der 2. Phase des "National Water Development Programme (NWDP)", die 2007 begann, sollen insgesamt etwa 800 Mio. US$ fließen. Die Kommerzialisierung schreitet fort. Die Wasserversorgung wurde bereits an Water Boards ausgelagert. Privatunternehmen sind in diesem Zusammenhang als strategische Partner gefragt. Für deutsche Unternehmen gibt es Chancen als Zulieferer, Berater oder Teilhaber. (Kontaktanschriften)

Verteilung wird immer mehr zum Thema / Fortschritte bei institutionellen Reformen

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Malawi wird zurzeit in erheblichem Umfang mit Entwicklungshilfegeldern für den Wassersektor bedacht. Im Rahmen des NWDP werden bis 2015 insgesamt 1,6 Mrd. US$ bereitgestellt. Phase 1 mit einer Tranche von 800 Mio. US$ ist bereits abgeschlossen. Phase 2 läuft seit 2007. Ein bedeutender Teil des Geldes kommt von der Weltbank. Die Niederlande und die EU sind ebenfalls massiv engagiert.

Das jüngste Projekt ist die Entwicklung von Wasserinfrastruktur in der Stadt Nsanje im Süden des Landes. Nsanje liegt in der Nähe des Shire River und wird voraussichtlich vom Shire-Zambezi-Waterway-Projekt profitieren, wachsen und einen Binnenhafen erhalten. Das Vorhaben soll schätzungsweise 600 Mio. Euro kosten und betrifft den Bau einer 238 km langen Schifffahrtsstraße von Nsanje nach Chinde in Mosambik. Die wenigsten Beobachter halten das Vorhaben für rentabel. Zurzeit erwartet die Regierung von Malawi Interessensbekundungen für die Wasserprojekte.

Auch andere Wasservorhaben sollen in den kommenden Jahren im ganzen Land durchgeführt werden. Für deutsche Zulieferer von Ausstattung dürfte es von Interesse sein, sich die Ausschreibungen anzusehen, insbesondere für die Erneuerung der Infrastruktur, und das wiederum vor allem in Blantyre und Lilongwe. Ein weiterer Plan betrifft die Wasserversorgung der peri-urbanen Siedlungen oder Stadtrandgebiete. Wie in ländlichen Regionen wird auch in diesen Siedlungen Wasser oftmals am Kiosk verkauft.

Von 1979 bis 2009 hat sich die malawische Bevölkerung von 6 Mio. auf knapp 15 Mio. mehr als verdoppelt. Der Nachbarstaat Sambia hat etwa die gleiche Bevölkerungszahl, ist aber flächenmäßig gesehen ungefähr fünfmal so groß. Die starke Nachfrage nach Land und eine intensiv betriebene Landwirtschaft haben zur Abholzung der malawischen Wälder geführt, was sich sehr nachteilhaft auf das Wasserökosystem auswirkt. Darum kommt dem Thema Wasser inzwischen eine ganz andere Bedeutung zu. Durch den Lake Malawi hat das Land zwar reichlich Wasser, aber wegen des Bevölkerungsdrucks rücken die Themen Verteilung und Sauberkeit des Wassers immer mehr in den Mittelpunkt.

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