Malawi Energie

Malawi plant neues Wasserkraftwerk

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Verfasser: Carsten Ehlers (Oktober 2009)

Lilongwe (gtai) - Malawi leidet unter Stromknappheit. Der Versorger Escom investiert daher in die Instandsetzung und Erweiterung bestehender Kraftwerke. Auch Neubauten sind geplant. Konkretestes Projekt ist ein neues Wasserkraftwerk am South Rukuru River. Darüber hinaus soll ein Verbund mit dem mosambikanischen Stromnetz hergestellt werden. Malawis Energiesektor hat sich privaten Investoren inzwischen geöffnet. Public Private Partnership oder Independent Power Producer sind möglich. (Kontaktanschriften)

Lower Fuwu soll bis zu 175 MW bringen / Anbindung an Mosambik kommt nicht voran

Der malawische Stromversorger Escom muss angesichts zunehmender Stromknappheit in den Ausbau seiner Kapazität investieren. Als eine der ersten Maßnahmen sollen zwei zusätzliche Turbinen im Kapichira-Wasserkraftwerk installiert werden. Diese würden zusätzliche 64 MW an Leistung bringen. Das im Jahr 2000 mit deutscher Entwicklungshilfe gebaute Kapichira ist für insgesamt vier Turbinen à 32 MW ausgelegt, installiert wurden seinerzeit aber nur zwei. Die Kosten in Höhe von rund 50 Mio. US$ will Escom dem Vernehmen nach selbst übernehmen. Bereits zur Jahresmitte 2009 wurde eine Ausschreibung veröffentlicht. Mit der Fertigstellung ist nicht vor 2012 zu rechnen.

Installierte Kraftwerkskapazität 2009
Kraftwerk in Baujahr Energieträger Kapazität (in MW)
Tedzani Falls (Shire-Fluss) 1973-1996 Wasser 90,0
Nkula Falls A (Shire-Fluss) 1966 Wasser 24,0
Nkula Falls B (Shire-Fluss) 1980-1992 Wasser 100,0
Kapichira Falls (Shire-Fluss) 2000 Wasser 64,0
Wovwe (Lake Malawi) 1995 Wasser 4,5

Quelle: Escom

malawi

Seit Jahren wird mit der mosambikanischen Regierung über einen Verbund des Escom-Netzes mit den anderen Stromnetzen im südlichen Afrika (Southern African Power Pool) verhandelt. Geplant ist eine etwa 110 Mio. US$ teure Verbindung mit dem mosambikanischen Netz. Die Leitung soll sich über rund 200 km von Matambo in Mosambiks Tete Provinz nach Phombeya, nördlich von Blantyre, erstrecken und zunächst über eine Kapazität von 220 kV verfügen. Die Weltbank soll das Vorhaben größtenteils finanzieren. Während das Projekt in Mosambik recht zügig voranzukommen scheint, hat die malawische Regierung mit hausgemachten politischen Problemen zu kämpfen.

Relativ weit fortgeschritten sind Pläne für ein neues Wasserkraftwerk im Norden am South Rukuru River. Die Anlage in Lower Fuwu Falls würde dem Land zwischen 100 und 175 MW zusätzlich bringen. Nun soll die Anfertigung einer bankfähigen Machbarkeitsstudie erfolgen, deren Kosten auf 5 Mio. Euro geschätzt werden.

Escom kommt aufgrund von Reparaturarbeiten 2009 nur auf eine Stromerzeugungskapazität von rund 260 MW, was deutlich unter dem derzeitigen Bedarf von mehr als 300 MW liegt. Bereits seit 2005 sind Turbinen von Tedzani I und II außer Betrieb. Derzeit werden die Kraftwerke von der indischen Hydel repariert.

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