Sambia Wasser

Kräftige Investitionen in Sambias Wassersektor

PDF version

Verfasser: Carsten Ehlers (1. Quartal 2011)

Lusaka (gtai) - Große Investitionen stehen im sambischen Wassersektor bevor. Etwa 220 Mio. US$ stellt die MCA vor allem für die Wasserinfrastruktur Lusakas zur Verfügung. In den vergangenen Jahren konzentrierten sich die Maßnahmen der Geber insbesondere auf die institutionelle Restrukturierung. Die Erfolge sind sichtbar. So ist der Sektor deutlich transparenter und damit auch kontrollierbarer geworden. Zunehmendes Gewicht dürfte in den kommenden Jahren die Abwasserreinigung erhalten. (Kontaktanschriften)

Infrastrukturausbau in Lusaka im Fokus / Verschmutzung des Wassers wird zu zentraler Herausforderung

Der US-Entwicklungshilfefonds Millennium Challenge Account (MCA) wird für Projekte in Sambia 500 Mio. US$ bereitstellen. Davon sollen alleine 220 Mio. US$ in das Wassernetz der Hauptstadt Lusaka fließen. Derzeit sind Ingenieure des deutschen Unternehmens Gauff dabei, eine Strategie zu entwickeln, wie die Gelder in Lusaka in konkrete Projekte umgesetzt werden könnten.

Die Mittel reichen nach Angaben eines Mitarbeiters der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Sambia aus, um Lusakas Wassernetz für die kommenden 20 Jahre fit zu machen. Ab Mitte 2012 soll mit der Implementierung der Projekte begonnen werden. Bereits im März 2011 wird mit der Ausschreibung für die Erstellung der Machbarkeitsstudie gerechnet. Gegen Ende 2011 dürfte die MCA einzelne Projekte ausschreiben.

Im Fokus dürften Investitionen in den peri-urbanen Siedlungen der 1,2-Mio.-Einwohner-Stadt stehen. Dies sind häufig slumähnliche Siedlungen am Stadtrand, geprägt von Blechhütten ohne jegliche Wasser- geschweige denn Abwasserinfrastruktur. Ein weiterer zentraler Punkt wird die Abwasserentsorgung sein. Diskutiert wird noch, ob große zentrale oder kleine dezentrale Anlagen die optimale Lösung für Sambia sind. Kleinere Anlagen von der Größe eines Containers, so deren Befürworter, benötigen deutlich weniger Know-how für die Instandhaltung, ein in Sambia nicht zu unterschätzender Vorteil. Darüber hinaus müssen die maroden Abwasserleitungen Lusakas überholt und in Sachen Management neue Strategien für die Kommerzialisierung des lokalen Wasserversorgers Lusaka WSC (Water & Sewerage Company) entwickelt werden.

Ein Thema, das nach Ansicht von Experten in den kommenden Jahren viel mehr in den Mittelpunkt rücken wird, ist die Verunreinigung von Wasser durch die Industrie und vor allem durch den Bergbau. Gerade im Kupfergürtel, wo sich viele Minen befinden, wird häufig Acid Mine Drainage (AMD) freigesetzt. Diese Abwässer sind hochgiftig, können Trinkwasserreservoirs verseuchen und führen immer öfter zu schweren Erkrankungen bei der Bevölkerung.

Zum Gesamtartikel inklusive Kontaktanschriften