Swasiland IKT

Konflikt zwischen Swasilands Telkom und MTN

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Verfasser: Carsten Ehlers (November 2010)

Mbabane (gtai) - In Swasiland ist der Weg frei für ein breitgefächertes Angebot an IT-Dienstleistungen. So hat die staatliche SPTC in den vergangenen Jahren das National Backbone auf Fiberoptik-Basis aufgebaut, das auch international verbunden werden soll. Darüber hinaus wächst weiterhin der Mobilfunkmarkt, auf dem sich mit MTN bislang nur ein Anbieter tummelt. SPTC möchte schon jetzt kabellose Telefonie, allerdings mit begrenzter Mobilität auf CDMA-Basis anbieten. Ein Rechtsstreit mit MTN verhindert dies derzeit noch. (Kontaktanschriften)

CDMA-Netz konkurriert mit Mobilfunk / National Backbone bietet Chancen für IT-Branche

Nachdem die staatliche Swaziland Posts & Telecommunications Corporation (SPTC) in den vergangenen Jahren das National Backbone für Telekommunikation in Swasiland errichtet hat, steht sinkenden Preisen für Telefonate sowie Datenübertragungen in Hochgeschwindigkeit nichts mehr im Weg. Für das Backbone wurde vor allem Technologie des chinesischen Anbieters Huawei verwendet. Auch die französische Alcatel Lucent kam bei einigen Produkten zum Zuge. Das Fiberoptik-Netz soll zudem mit den beiden neuen Überseekabeln entlang der afrikanischen Ostküste, Seacom und Eassy, verbunden werden. Der Zugang zu Seacom dürfte über Maputo (Mosambik) erfolgen, der Zugang zu Eassy über Richards Bay (Südafrika).

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SPTC wird im Festnetzbereich sein Angebot auf Hochleistungsinternet, VOIP und Videokonferenzen neben anderen Dienstleistungen ausweiten können. Die Festnetztelefonie stagnierte in den vergangenen Jahren ohnehin. Nur etwa 45.000 Anschlüsse hat die SPTC im ganzen Land. Zum Vergleich: Der Mobilfunkanbieter MTN verfügt 2010 über rund 640.000 Kunden. Mit dem erweiterten Angebot von SPTC stehen auch dem IT-Geschäft alle Türen offen. Die Regierung hofft, dass eine Art IT-Branche entsteht, die lokale Inhalte produzieren. Auch praktische Dienstleistungen, wie Banking mit dem Handy könnten in dem Land mit seinen rund 1 Mio. Einwohnern möglich werden.

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Seit 2009 wird zusätzlich zum Fiberoptik-Netz auch noch CDMA-Technologie installiert. Etwa 200 Mio. Emalangeni (ca. 21 Mio. Euro) lässt sich SPTC diese Technologie kosten. Durch diese Investition möchte die SPTC auch im Voice-Bereich endlich in die Gewinnzone kommen, da sie mit CDMA sowohl Festnetz- als auch Mobilfunktelefonie anbieten könnte. Mit etwa 80.000 zusätzlichen Telefonkunden rechnet das Unternehmen. Alleine die Installierungs- und Instandhaltungskosten können durch den Einsatz der kabellosen CDMA-Technologie deutlich gesenkt werden.

Mobilfunk auf CDMA-Basis wollte die SPTC eigentlich bereits 2010 begrenzt anbieten. So hat sie das Land in zwölf Zonen eingeteilt, jeder CDMA-Nutzer soll in drei Zonen mobil telefonieren können. Allerdings sorgte bereits diese begrenzte Mobilität zu Konflikten mit dem einzigen Mobilfunkbetreiber MTN. MTN zog 2010 vor Gericht und bewirkte einen Nutzungsstopp der CDMA-Linien. Wann genau es zu einem Urteil kommt, ist Ende 2010 noch unklar. Problematisch bei der Konfliktlösung wird in diesem Zusammenhang auch die enge Vernetzung des lokalen Telekommunikationssektors sein. So ist die SPTC zu 41% an MTN beteiligt und zudem noch Regulierer des Sektors. Interessenabgrenzungen dürften sich in einem solchen Umfeld eher schwierig gestalten.

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