Madagaskar Energie

Kaum noch Investitionen in Madagaskars Energiesektor

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Verfasser: Carsten Ehlers (3. Quartal 2011)

Antananarivo (gtai) - Madagaskars Energiesektor leidet wie die meisten anderen Wirtschaftsbereiche des Landes unter der politischen Krise. Privatinvestoren und Geber halten sich nun mit ihrem Engagement zurück, nachdem sie Madagaskar jahrelang als afrikanischen Musterstaat sahen und mit reichlich Kapital versorgten. Der städtische Energieversorger Jirama benötigt Kapital ebenso wie die für die ländliche Infrastruktur zuständige Agentur ADER. (Kontaktanschriften)

Warten auf ein Ende der politischen Krise / Großes Potenzial bei Wasserkraft

 

Madagaskar

Da Madagaskar auch im Jahr 2011 noch über keine international anerkannte Regierung verfügt und daher kaum Hilfsgelder aus dem Ausland erhält, stagniert der Energiesektor. Auch private Investoren, die sich bis 2008 als Independent Power Producers bei diversen Projekten engagierten, lassen sich auf neue Projekte derzeit nicht ein. Erweiterungs- und Modernisierungsinvestitionen sind landesweit dringend erforderlich.

Der staatliche Energieversorger Jirama ist seit Ausbruch der politischen Krise in vielen Bereichen handlungsunfähig. So können größere Investitionen nicht mehr durchgeführt werden, weil dem Staatsunternehmen die politische Führung seitens der Regierung fehlt. Hinzu kommt, dass die Reserven von Jirama, welche in den erfolgreichen Jahren 2006 bis 2008 angesammelt werden konnten, längst aufgebraucht sind. Zu langfristigen Investitionen im Energiebereich kommt es daher seit Jahren nicht.

Im Bereich der städtischen Wasserversorgung, für die Jirama zuständig ist, werden derzeit noch zwei größere Projekte mit geringem Mitteleinsatz weiter vorangetrieben. Hierzu zählt die Erweiterung des Wasserkraftwerkes in Andekaleka (gelegen bei Brickaville zwischen Antananarivo und Toamasina). Das chinesische Unternehmen Sinohydro installiert eine zusätzliche Turbine mit einer Kapazität von 29 MW und erhöht damit die Kraftwerkskapazität des in den frühen 1980er Jahren gebauten Kraftwerks auf 87 MW.

Zweites Projekt ist der Neubau des Wasserkraftwerkes Ambodiroka (bei Mahajanga im Nordwesten Madagaskars). Ambodiroka soll eine Kapazität von 40 KW erhalten. Das Projekt befindet sich noch in der Planungsphase, derzeit lässt Jirama eine Machbarkeitsstudie erstellen. Eine Reihe weiterer Projekte befindet sich in unterschiedlichen Stadien. Nur die weit fortgeschrittenen werden zu Ende gebracht. Andere Projekte, die sich vor der politischen Krise noch im Planungsstadium befanden, wurden in der Regel auf Eis gelegt, weil das Kapital fehlt.

 

 

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