Südafrika Bahn

Investitionsschub für Südafrikas Schienenwege

PDF version

Verfasser: Heiko Stumpf (2. Quartal 2012)

Johannesburg (gtai) - In Südafrika soll der Güterverkehr verstärkt von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Das Staatsunternehmen Transnet nimmt deshalb die Modernisierung seines Streckennetzes in Angriff. Besonders den Exportkorridoren für Rohstoffe wie Kohle und Eisenerz kommen die geplanten Maßnahmen zugute. Zudem fließen hohe Summen in den Aufbau eines modernen Personenverkehrs. Erstmals seit Jahrzehnten werden in Südafrika auch wieder Neubauvorhaben angeschoben. (Kontaktanschriften)

Staatsunternehmen starten Erneuerungsprogramme / Bau neuer Bahntrassen geplant

Südafrikas Bahninfrastruktur wird in den kommenden Jahren mit Milliardenbeträgen ausgebaut. Nachdem es in der Vergangenheit aufgrund mangelnder Investitionen für die Wirtschaft bereits zu belastenden Kapazitätsengpässen gekommen ist, sollen die Schienenwege des Landes nun fit für die Zukunft gemacht werden. Das staatliche Logistikunternehmen Transnet wird mit einem großangelegten Investitionsprogramm zum Hauptakteur des Geschehens.

Im April 2012 stellte der Konzern seine Market Demand Strategy (MDS) vor, die bis 2019 Ausgaben von 300 Mrd. Rand (R; etwa 30 Mrd. Euro; 1 R = rund 0,10 Euro) vorsieht. Davon fließen allein 201 Mrd. R an die Transnet Freight Rail Division (TFR) zur Modernisierung des Streckennetzes und deutlichen Erhöhung der Kapazitäten. Das per Schiene transportierte Frachtvolumen soll von 200 Mio. auf 350 Mio. t steigen. Zur Erreichung dieses Ziels werden für ungefähr 80 Mrd. R etwa 1.000 Diesel- und Elektrolokomotiven sowie neue Waggons vom konzerneigenen Herstellerbetrieb Transnet Rail Engineering (TRE) beschafft. Der Rest des zur Verfügung gestellten Betrages wird für die Erneuerung der Schieneninfrastruktur ausgegeben.

Dabei kommt es nach drei Jahrzehnten erstmals auch wieder zum Streckenneubau. Um die Kapazität für den Kohleexport auf der Linie von Ermelo in der Witbank-Region zum Verschiffungsterminal in Richards Bay zu erhöhen, wird der allgemeine Frachtverkehr von 15 Mio. t/Jahr bis 2016 vollständig auf eine neue Bahntrasse verlagert. Die geplante Streckenführung verläuft von der südafrikanischen Provinz Mpumalanga über das Staatsgebiet von Swasiland zum Hafen Richard Bay (Provinz KwaZulu Natal). Die bestehende Linie nach Richards Bay wird dann den Transport von fast 100 Mio. t Kohle jährlich statt der bisherigen circa 72 Mio. t bewältigen können.

Kernstück des Projektes ist der Neubau einer 146 km langen Strecke vom südafrikanischen Lothair bis nach Sidvokodvo in Swasiland. Von dort aus besteht Anschluss an vorhandene Verbindungen nach Richards Bay und zur mosambikanischen Hauptstadt Maputo. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 17 Mrd. R. Transnet steuert dazu 12 Mrd. R bei, den restlichen Betrag übernimmt die am Projekt beteiligte Swaziland Railway. Das neue Teilstück wird etwa 7 Mrd. bis 8 Mrd. R kosten und aufgrund des bergigen Terrains auch den Bau von Brücken und Tunneln erfordern.

Zum Artikel mit Kontaktanschriften