Südafrika Kunststoffe

In Südafrika zieht die Nachfrage nach Kunststoffen etwas an

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Verfasser: Heiko Stumpf (2. Quartal 2012)

Johannesburg (gtai) - Im Jahr 2012 dürfte in Südafrika der Absatz von Kunststoffen leicht zunehmen. Dabei wird der Bedarf vermehrt durch Fertigerzeugnisse aus dem Ausland gedeckt. Der dominierende Verpackungssektor profitiert von den guten Umsätzen des Einzelhandels. Im Baubereich dürfte der Einsatz von Dämmstoffen immer wichtiger werden. Ursache sind neue verbindliche Baustandards, die erstmals Vorgaben zur Gebäudedämmung enthalten. Auch die Automobilindustrie benötigt mehr Vorprodukte. (Kontaktanschriften)

Gute Aussichten für Dämmmaterialien / Hohes Plus bei den Importen

Das Geschäft mit Kunststoffen dürfte sich in Südafrika in diesem Jahr etwas beleben. Getragen von einem moderaten Wirtschaftswachstum ist auf den wichtigen Abnehmermärkten eine steigende Nachfrage zu verzeichnen. Von dieser positiven Entwicklung profitieren aber in erster Linie Importeure.

So nahm in den letzten beiden Jahren die Einfuhr von Kunststoffen insgesamt jeweils um etwa 8,5% zu, vor allem aus Ländern in Asien und Nahost wie der VR China, Saudi-Arabien, Thailand und Korea (Rep.). Deutschland kann sich aber weiterhin als zweitwichtigster Wirtschaftspartner nach der VR China behaupten. Im Jahr 2011 erreichten die Importe einen Wert von 17,5 Mrd. R, wobei der Anteil von Fertigerzeugnissen zunimmt. Experten schätzen, dass beispielsweise Einzelhandelsketten wie Pick n Pay, Shoprite und Massmart bereits bis zu 50% ihrer Verkaufsprodukte und Verpackungen aus Kunststoff im Ausland beschaffen.

Die heimischen Hersteller haben dagegen mit Problemen zu kämpfen und müssen ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der internationalen Konkurrenz erhöhen. Die Unternehmen mussten nach Angaben des Dachverbandes Plastics SA in 2011 einen Produktionsrückgang von 3% auf 1,3 Mio. t verkraften. Der Branchenumsatz wird von Plastics SA auf etwa 35 Mrd. Rand (R; etwa 3,5 Mrd. Euro; 1 R = rund 0,10 Euro) geschätzt. Mit annähernd 27 kg liegt der jährliche pro-Kopf-Verbrauch von Kunststoffen dabei noch deutlich unterhalb des Wertes europäischer Länder.

Südafrikanische Hersteller klagen, durch hohe inländische Preise für Grundstoffe gegenüber ausländischen Lieferanten benachteiligt zu sein. Der Chemiekonzern Sasol sieht sich mit einem Verfahren vor der nationalen Wettbewerbsbehörde konfrontiert, in dem der Vorwurf zu hoher Inlandspreise für Propylen und Polyproplyen (PP) geltend gemacht wird. Während für den Export bestimmtes PP nach Angaben von Branchenexperten für 11.240 R pro Tonne verkauft wird, verlangt Sasol auf dem heimischen Markt einen um 16% höheren Preis.

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