Südafrika Kosmetik

In Südafrika dürfte Absatz von Kosmetika zurückgehen

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Verfasser: Carsten Ehlers (2. Quartal 2010)

Johannesburg (gtai) - Der südafrikanische Kosmetikmarkt dürfte auch 2010 noch schwer unter der Wirtschaftskrise zu leiden haben. Experten erwarten, dass insbesondere bei teuren Produkten gespart wird. Supermarktketten nehmen kaum neue Produkte in die Regale, neigen derzeit nur wenig zu Experimenten. Grundsätzlich ist der südafrikanische Kosmetikmarkt für ausländische Lieferanten attraktiv, da die Bevölkerung als konsumfreudig und statusbewusst gilt. Exklusives wird hier auch von der Mittelschicht gern gekauft. (Kontaktanschriften)

Einzelhandelsketten nehmen kaum noch neue Produkte auf / Luxusartikel verkaufen sich sehr schlecht

Nach einem nur mäßigen Jahr 2009 mit insgesamt stagnierendem Umsatz befürchtet die südafrikanische Kosmetikindustrie für 2010 sogar einen Umsatzeinbruch. Fachleute meinen, dass die weltweite Wirtschaftskrise mit fast einem Jahr Verspätung nun auch die Kosmetikbranche erfasst. Diese ungewöhnliche zeitliche Verzögerung dürfte daher rühren, dass Südafrikaner äußerst statusbewusst sind und nur ungern an ihrem Aussehen sparen. Unter Umständen wurde zunächst lieber auf Autos oder teure Fernseher verzichtet. Erst ab 2011, so Pam Dillon vom Branchenverband Cosmetic Toiletry & Fragrance Association of South Africa (CTFA), sei wieder mit einem leichten Aufschwung zu rechnen.

Betroffen von den Absatzeinbrüchen dürften innerhalb des Kosmetiksektors vor allem Produkte der Luxuskategorie sein, die in Krisenzeiten unter die Rubrik "verzichtbar" fallen. Dazu zählen neben teuren Erzeugnissen, die im Einzelhandel vertrieben werden, auch "Salon Ranges". Dies sind hochwertige Serien, die zum Beispiel von Friseursalons oder Wellness-Spas angeboten werden. Statt dort zu kaufen, gehen die Konsumenten nun lieber in den nächsten Supermarkt, um Geld zu sparen. Auch da ist allerdings die Experimentierfreude spürbar gesunken.

Südafrikanische Supermarktketten wie Pick'n Pay, Checkers oder Woolworths nehmen bereits seit Monaten so gut wie keine neuen Kosmetikserien mehr in ihr Sortiment auf. Damit haben es vor allem kleinere Kosmetikhersteller deutlich schwerer; einige mussten bereits ihre Produktion einstellen.

Dies ist eine Reaktion auf das seit Beginn der Konsumflaute veränderte Käuferverhalten. Dillon meint, dass die Kunden auf bewährte Produkte zurückgreifen. Die Lust, Neues zu erproben, ist deutlich geringer als noch vor einigen Jahren. Bei Erzeugnissen wie Zahnpasta, Duschgel oder Seife, die für die Grundversorgung nötig sind, ist die Krise hingegen deutlich weniger spürbar.

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