Simbabwe Wasser

Geld in Simbabwes Wassersektor reicht nur für das Nötigste

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Verfasser: Carsten Ehlers (1. Quartal 2011)

Harare (gtai) - Im Jahr 2010 dürften etwa 109 Mio. US$ in den simbabwischen Wassersektor geflossen sein, ein Großteil von Gebern. Die Summe reicht gerade einmal für die wichtigsten Reparaturen der maroden Infrastruktur. Am dringendsten werden auch 2011 Arbeiten an vorhandenen Aufbereitungsanlagen, Pumpsystemen und Rohren sein. Mittelfristig hofft die Regierung auf eine Fortsetzung bereits begonnener, aber während der politischen Krise unterbrochener Vorhaben. Hierzu zählen vor allem Staudammprojekte. (Kontaktanschriften)

National Action Committee soll Geberhilfe koordinieren / Rohre und Pumpen sind hochgradig schadhaft

Simbabwe

Simbabwes verfallene Wasserinfrastruktur steht im Fokus für die ausländischen Geberorganisationen, deren Geld auch 2010 noch mit angezogener Handbremse in die ehemalige britische Kolonie geflossen ist. Immerhin sind etwa 80 Mio. US$ für die nötigsten Projekte zusammengekommen. Weitere 29 Mio. US$ stellte die simbabwische Regierung bereit. Mit dem Kapital können nur die vordringlichsten Maßnahmen durchgeführt werden, um das Netz wieder einigermaßen ins Laufen zu bringen. Von umfassender Modernisierung oder gar Neubauten kann noch überhaupt nicht die Rede sein.

Um die Koordinierung der Geberzahlungen zu zentralisieren und damit zu vereinfachen, wurde 2010 das National Action Committee gegründet, dem ein Permanent Secretary aus dem für den Wassersektor zuständigen Ministry of Water Resources Development & Management (MWRDM) vorsteht. Das National Action Committee verteilt die Gelder an die verschiedenen Städte und Gemeinden. Den Gebern steht nun ein zentraler Ansprechpartner zur Verfügung.

Am dringendsten müssten die Wasseraufbereitungsanlagen der Städte modernisiert und ausgebaut werden. Derzeit reicht das Geld nur für einfache Reparaturen, zum Beispiel von Pumpen und Leitungen, die ebenfalls in betrüblichem Zustand sind. So liegt der Anteil von unberechnetem Wasser in der Hauptstadt Harare dem Vernehmen nach bei etwa 50%, verursacht vor allem durch Lecks in den Leitungen. Seit Mitte der 90er Jahre hat es keine umfassende Instandhaltung mehr gegeben.

Wichtig wären auch Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung. Insbesondere im Matabeleland, im westlichen Teil Simbabwes um die zweitgrößte Stadt Bulawayo, herrscht extreme Wasserknappheit. In dem nahe der Kalahari-Wüste gelegenen Gebiet regnet es deutlich weniger als im Osten und so hängt die Region von relativ wenigen Staudämmen im Süden des Landes ab.

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