Botsuana Gesundheit

Botsuanas Gesundheitssektor benötigt Know-how

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Verfasser: Carsten Ehlers (3. Quartal 2011)

Gaborone (gtai) - Der Gesundheitssektor in Botsuana ist klein, aber zahlungskräftig. Sowohl private Kliniken als auch staatliche Krankenhäuser leisten sich bei Neuanschaffungen von Medizintechnik hohe Qualität. Deutsche Unternehmen, die in Johannesburg eine Filiale unterhalten, können den nur rund 400 km entfernten Markt gut von Südafrika aus bearbeiten. Dem Land fehlt es nach wie vor an medizinischem Fachpersonal. Partnerschaften mit ausländischen Universitäten sind daher sehr willkommen. (Kontaktanschriften)

Markt kann von Südafrika aus betreut werden / Deutsche Produkte sind gefragt

Für deutsche Unternehmen, die den Gesundheitssektor beliefern und in Südafrika eine Filiale unterhalten, könnte sich ein regelmäßiger Blick nach Botsuana durchaus lohnen. Mit seinen etwa 2 Mio. Einwohnern hat das Land zwar einen recht kleinen Gesundheitssektor, jedoch wohnt der überwiegende Teil der Bevölkerung im Osten, entlang der Straße von Lobatse nach Francistown, und ist damit vom südafrikanischen Johannesburg aus hervorragend erreichbar. Außerdem hat die internationale Konkurrenz den Markt nur sporadisch im Auge.

Darüber hinaus zählt Botsuana vom Pro-Kopf-Einkommen her zu den wohlhabenderen Staaten Afrikas. Sowohl staatliche als auch private Krankenhäuser oder Arztpraxen leisten sich bei Neuanschaffungen in der Regel neueste Technologie, sodass deutsche Produkte gute Verkaufschancen haben. Nach Angaben eines Experten aus dem Gesundheitssektor muss zum Beispiel das vom privaten südafrikanischen Krankenhausbetreiber Life geführte Gaborone Private Hospital in Kürze neue Röntgengeräte beschaffen.

Größere staatliche Krankenhäuser in Botsuana
Name des Krankenhauses Art des Krankenhauses Ort Anzahl der Betten
Nyangabgwe Referral Francistown 554
Princess Marina Referral Gaborone k.A.
Sbrana Psychatric Referral Lobatse k.A.
Letsholathebe II Memorial District Maun 300
Sekgoma Memorial District Serowe 382
Lestsholathebe District Maun k.A.
Athlone District Lobatse k.A.
Mahalaphe District Mahalaphe k.A.
Scotish Livingstone District Molepolole k.A.
Deborah Retief Memorial District Mochudi k.A.
Selibe Phikwe District Selebi Phikwe 65

Quelle: Ministry of Health

Weitergehende Geschäftsmöglichkeiten könnten sich bei der lokalen Produktion von Medikamenten ergeben. Landeskennern zufolge könnte es sich für einen Pharmahersteller lohnen, einen örtlichen Partner zu suchen und in Botsuana Generika zu erzeugen. Sehr zuverlässiger Kunde wäre in diesem Fall der staatliche Krankenhaussektor. Auch können südafrikanische Abnehmer gut von Botsuana aus beliefert werden, da das Industriezentrum Gauteng mit den beiden Großstädten Johannesburg und Pretoria nur etwa 400 km von Gaborone entfernt ist.

Vor allem im Bereich HIV/AIDS entwickelt sich Botsuana zu einem nicht unbedeutenden Forschungszentrum. So besteht seit 1996 in Gaborone die Botsuana-Harvard AIDS Institute Partnership (BHP), eine Kooperation zwischen der lokalen Regierung und der Harvard AIDS Initiative. Für die Herstellung von antiretroviralen Medikamenten sind die Voraussetzungen daher durchaus gegeben.

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