Botsuana Energie

Botsuana setzt auf eigene Stromerzeugung

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Verfasser: Carsten Ehlers (2. Quartal 2011)

Gaborone (gtai) - In Botsuana wird durch den Ausbau des Morupule-Kohlekraftwerkes auf 720 MW die Energieversorgung ab 2013 grundlegend von überwiegender Importabhängigkeit auf eigene Produktion umgestellt. Erneuerbare Energien stehen im Hintergrund. Zwar gibt es einen Einspeisetarif und gute klimatische Voraussetzungen für Solarenergie, jedoch wartet die botsuanische Regierung angesichts höherer Produktionskosten auf Geberhilfen. (Kontaktanschriften)

Importabhängigkeit von Südafrika naht dem Ende / Energieeffizienz gewinnt an Gewicht

Botsuana schlägt bei der Energieversorgung einen für das Land revolutionären Kurs ein: Es wird die Abhängigkeit von Stromimporten, vor allem aus Südafrika, beenden und seinen Strom selbst herstellen. Derzeit wird das einzige, kohlebefeuerte Kraftwerk des Landes in Morupule von einer installierten Kapazität von 120 auf 720 MW ausgebaut. Die Kosten dafür belaufen sich auf 1,7 Mrd. Pula (P; umgerechnet rund 179 Mio. Euro; 1 P = circa 0,11 Euro). Die Weltbank, eine chinesische Bank sowie die botsuanische Regierung bringen die Mittel auf.

Bis 2013 soll der von einem chinesischen Unternehmen durchgeführte Ausbau abgeschlossen sein. Noch ausgeschrieben werden soll die Reparatur der vorhandenen Turbinen. Derzeit können hiermit nur rund 100 MW erzeugt werden. Veröffentlichen wird die Ausschreibung der nationale Stromversorger Botswana Power Corporation (BPC).

 

zambi

Nach 2013 soll Morupule um noch einmal 600 MW erweitert werden (Morupule B Phase II), es sei denn, ein Independent Power Producer (IPP) würde bis dahin ein gänzlich neues Projekt realisieren. Als Investor ist auch hierfür ein privates Unternehmen vorgesehen, denn BPC kann ein solches Projekt finanziell nicht alleine stemmen. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie für Morupule B Phase II erstellt.

Ob der Zuschlag dann erneut an das zurzeit in Morupule tätige chinesische Unternehmen ginge, ist keineswegs klar. Botsuanische Regierungsvertreter sehen das Engagement der Asiaten mit "gemischten" Gefühlen. So wird der Ausbau weitgehend von chinesischen Arbeitern durchgeführt. Etwa 1.300 Chinesen wurden für das Projekt ins Land gebracht, weitere 500 sollen folgen. Botsuana legt aber vor allem aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit großen Wert auf die Beteiligung einheimischer Arbeitskräfte.

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