Botsuana Wasser

Botsuana nimmt Abwasseraufbereitung in Angriff

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Verfasser: Carsten Ehlers (2. Quartal 2011)

Gaborone (gtai) - Nachdem die Regierung das Augenmerk seit 2008 vor allem auf die institutionelle Reformierung von Botsuanas Wassersektor gelegt hatte, kommt es nun vermehrt zu Investitionen. Vor allem im Bereich der Abwasserentsorgung besteht Handlungsbedarf, jedoch werden finanzkräftige Partner gesucht. Für die hohe Verdunstung in den Staudämmen müssen Lösungen ebenso gefunden werden wie für die Entsalzung des brackigen Grundwassers im Westen des Landes. (Kontaktanschriften)

Sorgfältigerer Umgang mit Ressourcen notwendig / Bau einer großen Wasserpipeline ausgeschrieben

In Botsuana dürfte sich die institutionelle Umgestaltung des Wassersektors noch bis 2014 hinziehen. Parallel dazu kommt es nun in einigen Städten vermehrt zu Bauprojekten, insbesondere im Bereich der Abwasseraufbereitung. In Gaborone entsteht bereits seit 2010 eine derartige Anlage. Die Fertigstellung ist für 2013/14 geplant. Die zweitgrößte Stadt des Landes, Francistown, benötigt ebenfalls eine neue Abwasseraufbereitungsanlage. Allerdings kann der nationale Wasserversorger Water Utilities Corporation (WUC) die erforderlichen Mittel nicht alleine aufbringen. Das Unternehmen benötigt daher finanzstarke Partner.

Bislang wurde Abwasser nur teilweise gereinigt und dann in die Flüsse abgeleitet. Nun schreibt die Regierung vor, Abwasser so aufzubereiten, dass es zumindest für die landwirtschaftliche Bewässerung nutzbar ist. Dafür muss die WUC neue Technologien einführen. Die Aufbereitung von Trinkwasser für Haushalte will die Regierung noch nicht angehen, da die Vorbehalte dagegen in der Bevölkerung noch zu groß sind. Viele Bewohner können sich schlichtweg nicht vorstellen, dass dergleichen technisch möglich ist.

Bislang wird in Botsuana meist mit Abwasserteichanlagen gearbeitet. Das ist zwar finanziell günstig, verursacht aber hohe Verluste durch Verdunstung. Wasserverlust durch Verdunstung ist auch in den Staudämmen ein großes Problem. Nach Angaben des Department of Water Affairs (DWA) gehen etwa 60 bis 70% des angestauten Wassers dadurch verloren. Lösungen, die zur Reduzierung der Verluste beitragen, müssen dringend gefunden werden. Deutsche Unternehmen können hierbei sowohl beratend als auch als Lieferant auftreten. Das gilt auch für den weitgehend von der Kalahari-Wüste bedeckten Westen des Landes, wo es ganz andere Schwierigkeiten gibt. Dort kommt das Wasser aus Bohrlöchern und ist brackig. Derzeit werden Machbarkeitsstudien für kleinere Entsalzungsanlagen erstellt, die dort installiert werden könnten.

Ein großes Projekt für den Wassersektor ist der geplante Bau einer Nord-Süd-Pipeline im Osten des Landes. Für die geschätzte 5 Mrd. Pula (P; umgerechnet rund 525 Mio. Euro) teure Leitung hat das DWA Anfang 2011 eine Ausschreibung veröffentlicht. Eigentlich sollte der Zuschlag an Sinohydro gehen, dann aber kam es zu Problemen. Nun gibt man sich seitens des DWA nach allen Seiten offen.

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