Botsuana IKT

Botsuana hat großes Potenzial bei mobilem Internet

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Verfasser: Carsten Ehlers (3. Quartal 2011)

Gaborone (gtai) - Nachdem in den vergangenen Jahren die Mobilfunknetze und das Glasfasernetz ausgebaut wurden, suchen Botsuanas Telefonanbieter nun nach neuen Wachstumsfeldern. Die Mobilfunkbetreiber wünschen sich günstigen Zugang zum Glasfasernetz der staatlichen BTC. Damit könnten sie großflächig Hochgeschwindigkeitsinternet per Handy anbieten. In den zurückliegenden Jahren wurde vor allem mit Telefonie viel Geld verdient. Nun gilt das Internet als das künftige Geschäftsfeld. (Kontaktanschriften)

Mobilfunkanbieter benötigen mehr Kapazität aus dem Glasfasernetz / Ausrüstungen häufig von ZTE und Huawei

Die Mobiltelefonie dürfte in Botsuana nach Ansicht von Elisabeth Medou-Badang, CEO von Orange-Botswana, bald ihre Wachstumsgrenze erreicht haben. In den letzten Jahren wurden insgesamt rund 2,8 Mio. SIM-Karten an die circa 2 Mio. Einwohner verkauft. Die Netze wurden stark ausgebaut, sodass heute etwa 80 bis 90% der Bevölkerung Zugang zum Mobilfunknetz haben. Laut Medou-Badang sind alle Ortschaften mit mehr als 2.000 Einwohnern abgedeckt.

Telefonanbieter in Botsuana 2011
Anbieter Geschätzte Anzahl der verkauften SIM-Karten (in Mio.) Eigentümer/Technischer Partner Produkte
Mascom 1,3 MTN-Südafrika/Portugal Telecom Mobilfunk
Orange 1,1 Orange Frankreich Mobilfunk, Wimax-Internet (Postpaid Data Service)
Be-Mobile 0,3 Botswana Telecommunications Corporation (BTC) Mobilfunk
BTC 0,1 BTC Festnetz, ADSL

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest

In den kommenden Jahren sieht Medou-Badang das Wachstumspotenzial in ganz Afrika vor allem im Datentransfer via Mobilfunk. Speziell das vergleichsweise wohlhabende Botsuana hat bei der Internetnutzung mit einer Quote von nur 5 bis 6% der Haushalte noch großen Nachholbedarf. In den Nachbarländern Sambia und Namibia beläuft sich der Anteil auf etwa das Doppelte.

Attraktiv wird der Internetzugang via Handy in den vergleichsweise niedrigen Einstiegskosten. Für Festnetzinternet ist in aller Regel ein PC, für mobilen Datenservice mit USB-Stick (Dongle) ein Laptop nötig. Beides ist relativ teuer. Daher, so Medou-Badang, stellt der Internetzugang via Mobiltelefon (Smartphone, Blackberry) unter Umständen die zukunftsträchtigste Lösung für viele afrikanische Länder dar.

Botsuanas Mobilfunkanbieter müssten allerdings Kapazität aus dem BTC-Festnetz-Backbone leasen und BTC verlangt deutlich höhere Leasingraten, als die Unternehmen zu zahlen bereit sind. Alle drei Betreiber (Mascom, Orange und Be-Mobile) offerieren 3G-Technologie bislang nur in Ballungsräumen zwischen Gaborone und Francistown. Beispielsweise hat Orange dort sein eigenes Netz, basierend auf Mikrowellentechnologie, installiert. Jedoch sind die Kosten für Datenpakete immer noch vergleichsweise hoch. So müssen die Nutzer für ein 200-MB-Paket derzeit rund 200 Pula (P; umgerechnet rund 21 Euro) bezahlen.

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