Mosambik Bergbau

Ausländische Investoren buhlen um Mosambiks Kohlevorräte

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Verfasser: Carsten Ehlers (1. Quartal 2012)

Bonn (gtai) - Mosambik erlebt einen Kohleboom: 2011 ging die erste große Mine der brasilianischen Vale in Produktion, bis 2015 kommen weitere hinzu. Damit könnte sich die ehemalige portugiesische Kolonie zu einem globalen Kohlelieferanten entwickeln. Gelingt ein rascher Ausbau der Transportinfrastruktur, könnte bis 2015 die 20 Mio.-jato-Marke erreicht werden. Für den Kohletransport werden insbesondere größere Terminals und moderne Eisenbahntrassen benötigt. (Kontaktanschriften)

Infrastruktur wird von Boom profitieren / Weitere Minenprojekte vor dem Start

In Mosambik befindet sich eines der weltweit größten noch weitgehend unangetasteten Kohlereservoirs. Immer mehr internationale Bergbaufirmen sichern sich Anrechte, nachdem Vale 2004 den Anfang in Moatize machte. Seitdem investierten verschiedene Unternehmen geschätzte 3 Mrd. US$ in vorbereitende Minenarbeiten. Die qualitativ hochwertige Kohle liegt nur knapp unter der Oberfläche, zudem ist ihre Konzentration relativ hoch, was die Abbau- und Verarbeitungskosten deutlich reduziert. Insgesamt wird der Kohlegehalt des Moatize-Beckens, in dem fast alle Investitionen stattfinden, auf 23 Mrd. t geschätzt. Im Norden des Landes (Niassa-Provinz) wird das Maniamba-Becken auf eine ähnliche Größe geschätzt.

Bislang befindet sich der Abbau mit 650.000 jato im Jahr 2011 auf äußerst niedrigem Niveau. Dies dürfte den Engpässen in der Transportinfrastruktur geschuldet sein. Schon 2015, wenn die ersten Großminen ihre volle Produktion erreichen, dürfte der Kohleabbau die 20 Mio.-jato-Marke erreichen. Langfristig, so Experten, könnten jährlich etwa 110 Mio. t abgebaut werden. Damit würde Mosambik zu einem wichtigen Kohleproduzenten aufsteigen. Zum Vergleich: Südafrika, auf Platz sechs der Weltrangliste, kommt derzeit auf 250 Mio. jato.

Kohleprojekte in Mosambik (Stand: Januar 2012)
Projekt (Investor) Wert Stand Anmerkung
Vale (Moatize-Mine) 1,7 Mrd. US$ In Produktion Kapazität ab 2012: 11 Mio. jato, evtl. weiterer Ausbau auf 22 Mio. jato bis 2014. Weiterer Ausbau würde etwa 2 Mrd. US$ kosten, evtl. Bau eines 2000-MW-KW.
Rio Tinto/Tata (Benga-Projekt und evtl. Kraftwerk) k.A. Geplanter Produktionsbeginn: 2015 Kapazität ab 2012: 5,3 Mio. jato, Ausbau auf 20 Mio. jato soll bis 2015 erfolgen, evtl. Bau eines 2000-MW-KW.
Rio Tinto (Zambeze) k.A. Geplanter Produktionsbeginn: 2015 Kapazität bis zu 45 Mio. jato mit jedoch recht niedriger Kohlekonzentration.
Beacon Hill (Minas de Moatize) k.A. Bereits in Produktion
Posco, Nippon Steel (Revobue) k.A. Geplanter Baubeginn: 2012, geplanter Produktionsbeginn: 2014 Vorkommen werden auf 700 Mio. t geschätzt.
Jindal Steel (Konzession und Kraftwerksprojekt) 180 Mio. US$ In Planung, Studien werden angefertigt, geplante Fertigstellung 2015 Jindal möchte ein 2.640-MW-KW bauen und mit Kohle aus seiner Konzession beliefern, Abbaukapazität 6,6 Mio. jato.
Ncondezi 376 Mio. US$ In Planung, geplante Fertigstellung 2014/15 Vorkommen werden auf 1,8 Mrd. t geschätzt.
Coal of India (Konzession für zwei Blöcke) 400 Mio. US$ In Planung, Entscheidung über Realisierung noch nicht gefallen 2 Blöcke mit ca. 1 Mrd. t Kohle, Coal of India hat Konzessionen für weitere 5 Blöcke beantragt.
ETA Star, Dubai (Konzession) k.A. Investoren rechnen 2012 mit Abbaulizenz Vorkommen werden auf 2 Mrd. t geschätzt, jährliche Abbaumenge soll bei 5 Mio. jato liegen.

Quelle: Germany Trade & Invest

Die beiden großen Ankerprojekte in der Provinz Tete werden von der brasilianischen Vale und Rio Tinto durchgeführt. Die von Rio Tinto 2010 aufgekaufte Riversdale hat in der Region bereits einige Jahre exploriert und ist auf vielversprechende Vorkommen gestoßen, die auf 1 Mrd. t beziffert werden. Bei 35% handelt es sich um Fettkohle, die für die Stahlverarbeitung genutzt und exportiert werden könnte. Die restlichen 65% sind für Wärmekraftwerke einsetzbar.

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