Angola Investitionen

Angola sorgt sich um gute Stimmung bei Investoren

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Von Inge Hackenbroch (August 2010)

Luanda (gtai) - Die angolanische Regierung will für mehr Liquidität im Bankensektor sorgen. Auch die Auftragsvergabe soll transparenter werden. Steuervergünstigungen sollen Investitionen in schwach entwickelten Regionen fördern. Angola ist trotz zahlreicher bürokratischer Hemmnisse zum drittwichtigsten Standortland für Auslandsinvestitionen in Subsahara-Afrika geworden. (Kontaktanschrift)

Immer noch schuldet die Regierung Auftragnehmern Geld

Die angolanische Regierung hat in den letzten Monaten einige Rahmenbedingungen für Investitionen verbessert. Dazu gehört eine Lockerung der Kapitalvorschriften für die rund 20 lokalen Banken. Deren obligatorische Einlage bei der Zentralbank wurde von 30 auf 25% reduziert, um Kredite an den privaten Sektor zu erleichtern.

Allerdings bezweifeln Experten die Wirkung dieser Maßnahme, da die Banken in Zukunft Regierungsanleihen nicht mehr beleihen dürfen und rund die Hälfte ihrer Reserven bei der Zentralbank in US-Dollar halten müssen. Dies dürfte nach Einschätzung von Fachleuten vor allem für die kleineren Banken schwierig werden, weil nicht genügend hohe Dollarbeträge auf den wieder eingeführten Devisenauktionen angebotenen werden.

Die Befugnisse der Zentralbank sind aufgrund eines neuen Gesetzes stark eingeschränkt, da die Zuständigkeit für Geld- und Währungspolitik auf das Wirtschaftsministerium übertragen wurde. Beobachter sorgen sich daher um die Unabhängigkeit der Zentralbankpolitik bei Entscheidungen zur Stabilisierung der Preis- und Währungsentwicklung. Es könnte auch zu Spannungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) führen.

Die Regierung hatte erstmals mit dem IWF eine Vereinbarung über ein Stand-By Arrangement (SBA) im Umfang von 1,4 Mrd. US$ abgeschlossen und sich dabei zu fiskalischer Transparenz, Effizienzsteigerung der Staatsausgaben und Verbesserungen im Schuldenmanagement verpflichtet. Ferner gilt seit Anfang 2010 die Bestimmung, dass alle von Regierungsstellen abgeschlossenen Verträge im Budget deutlich mit einem Ausgabenposten klassifiziert sein müssen. Ebenfalls wurde nach Berichten aus Luanda ein Gesetz verabschiedet, wonach Vorauszahlungen bei Auftragsvergaben auf 15% der Gesamtsumme begrenzt werden und 30% mit Ausnahmegenehmigung durch das Finanzministerium. Die neuen Bestimmungen sollen mehr Transparenz beim öffentlichen Auftragsvergabewesen bewirken, da in der Vergangenheit staatliche Behörden Auftragsschulden im Umfang von 7,5 Mrd. US$ aus häufig nebulösen Kontrakten angehäuft hatten.

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