Angola Wasser

Angola investiert Milliarden in die Wasserinfrastruktur

PDF version

Von Carsten Ehlers (Dezember 2010)

Luanda (gtai) - In den kommenden Jahren dürfte Angola Milliardenbeträge in die Instandsetzung und den Ausbau der Wasserinfrastruktur investieren. Sämtliche Staudämme und Leitungssysteme müssen generalüberholt und ausgebaut werden. Hinzu kommen soll eine grundlegende Umgestaltung des institutionellen Rahmens. Bei der Wasserversorgung sind Beobachter optimistisch, dass das Land bis 2015 an die von der UN festgelegten Millenniumsziele herankommt. Kaum mehr erreichbar sind die Vorgaben bei der Abwasserentsorgung. (Kontaktanschriften)

Sanierung von Staudämmen und Leitungssystemen / Unabhängige Regulierungsbehörde geplant

Luanda (gtai) - In den kommenden Jahren dürfte Angola Milliardenbeträge in die Instandsetzung und den Ausbau der Wasserinfrastruktur investieren. Sämtliche Staudämme und Leitungssysteme müssen generalüberholt und ausgebaut werden. Hinzu kommen soll eine grundlegende Umgestaltung des institutionellen Rahmens. Bei der Wasserversorgung sind Beobachter optimistisch, dass das Land bis 2015 an die von der UN festgelegten Millenniumsziele herankommt. Kaum mehr erreichbar sind die Vorgaben bei der Abwasserentsorgung. (Kontaktanschriften)

Die Leitpläne für Angolas 16 Provinzhauptstädte (mit Ausnahme von Luanda und Benguela, die zusammen etwa 50% der städtischen Bevölkerung ausmachen) sehen insgesamt Investitionen in Höhe von etwa 1,3 Mrd. US$ vor, um deutlich mehr Wasser für die städtische Bevölkerung bereitstellen zu können. Experten schätzen den Investitionsbedarf für die Abwasserentsorgung in den städtischen Ballungsgebieten auf etwa 1,5 Mrd. US$.

Angola: Rahmendaten zur Wasserwirtschaft *)
Indikator  
Bevölkerung (in Mio.) 18,5 (2009)
Bevölkerungswachstum (in %) 2,8 (2009)
BIP (in Mrd. US$) 82,6 (2009)
BIP pro Kopf (in US$) 4.500 (2009)
Gesamtfläche (in qkm) 1.246.700 (2010)
.Landwirtschaftliche Nutzfläche (in qkm) 575.900 (2007)
Wasserressourcen (in cbm pro Kopf) 10.909 (2007)
Bevölkerungsanteil mit Zugang zu Frischwasser (in %) 50 (2008)
.In Städten (in %) 60 (2008)
.Auf dem Land (in %) 38 (2008)
Bevölkerungsanteil mit Anschluss an die Abwasserentsorgung (in %) 57 (2008)
.In Städten (in %) 86 (2008)
.Auf dem Land (in %) 18 (2008)

*) Schätzungen

Quellen: Economic Intelligence Unit (EIU); Weltbank; UNICEF; World Health Organization (WHO); World Resources Institute

Infolge des Bürgerkrieges, der von 1975 bis 2002 wütete, ist die Wasserversorgungrate in den städtischen Zentren deutlich zurückgegangen. Ähnlich ist es bei der Abwasserentsorgung. Entsprechend bedenklich sind die hygienischen Verhältnisse. Die Kindersterblichkeit liegt bei 150 pro 1.000, für Kinder bis zu fünf Jahren beträgt sie sogar 250 pro 1.000. Viele Todesfälle sind den verschmutzten Gewässern zuzuschreiben, besonders in den Großstädten. Seit 1987 ist Cholera in Angola endemisch.

Angesichts umfangreicher Investitionen in Angolas Landwirtschaft dürfte auch die Bewässerung der Felder hohe Investitionen nach sich ziehen. Weniger als 10% der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die sich zur Bewässerung eignet, sind bisher mit entsprechenden Anlagen ausgestattet. Der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft lag 2005 noch bei rund 8,4 Mio. cbm pro Tag. Bis 2015 könnten es bereits 28 Mio. cbm sein.

Zum Gesamtartikel mit Kontaktanschriften