Angola Niederlassung

Angola-Geschäft mit vielen Herausforderungen

PDF version

Von Inge Hackenbroch (Juni 2010)

Luanda (gtai) - Angola ist für ausländische Anbieter und als Standort für Niederlassungen ein Land mit großem Potenzial. Doch sind die Markteintrittskosten hoch und die Schwierigkeiten im Geschäftsleben vielfältig. Deutsche Unternehmen und Produkte haben einen guten Ruf. Newcomern steht künftig vor Ort ein Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft als Ansprechpartner zur Verfügung. Das starke Interesse am Angola-Geschäft hat sich unter anderem auf den bilateralen Wirtschaftsforen gezeigt. (Kontaktanschriften)

Markteintrittshilfen für deutsche Firmen / Lokale Besonderheiten beachten

In Angolas ungebrochenen Wiederaufbauboom werden neben den staatlich gelenkten Wirtschaftssektoren - vor allem Erdöl, Bergbau, Energie - zunehmend die privatwirtschaftlich organisierten Bereiche einbezogen. Entsprechend erweitern sich auch für ausländische Anbieter die Geschäftsmöglichkeiten. Angola-Experten beobachten seit längerem, dass alle Unternehmen gut mit Krediten ausgestattet sind, Zeichen großzügiger Vergabepraxis der Banken. Außerdem wird bei den Verantwortlichen, wie es heißt, eine bis dato ungekannte Entscheidungsfreude hinsichtlich neuer Projekte und Investitionen festgestellt.

Am Wiederaufbau, der auf Hochtouren läuft, sind auch einige Unternehmen aus Deutschland beteiligt. Deutsche Hochtechnologie hat unter anderem gute Chancen im Zuliefer- und Ausrüstungssektor für die Erdölwirtschaft. Dennoch ist und bleibt das Angola-Geschäft ein schwieriges Pflaster und erfordert - so die Erfahrung "alter Hasen" - nicht zuletzt Geduld und Beharrlichkeit sowie vor allem Flexibilität und Anpassungsfähigkeit im Umgang mit den typisch angolanischen Besonderheiten im Geschäftsleben.

In diesem Zusammenhang wird meist an erster Stelle der spezifische angolanische Bürokratismus genannt - eine gesteigerte Form der Bürokratie und eine Konstante in den lokalen Verhältnissen. Damit zusammen hängt die Eigenart des Rechtssystems, in dem sich widersprechende Rechtsauffassungen miteinander konkurrieren. Dies führt zu langen Verzögerungen bei Auseinandersetzungen, wodurch in der Praxis unter Umständen zeitweise im rechtsfreien Raum operiert werden muss.

Luanda bietet als Standort für ausländische Firmenniederlassungen einige besondere Schwierigkeiten. Die erste ist die Kostensituation, denn die Stadt gilt schon seit etlichen Jahren für Expatriates als teuerster Ort der Welt. Der Bau- und Bankenboom der Jahre nach Ende des Bürgerkriegs 2002, gespeist unter anderem von zurückkehrendem Fluchtkapital, hat die Mieten explodieren lassen. Ein Preisbeispiel von 2009: Für ein 400-qm-Wohnobjekt in der City belief sich die Miete auf 35.000 US$. Dem entsprechen ebenfalls explodierende Lebenshaltungskosten.

Zum Gesamtartikel mit Kontaktanschriften